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16.08.2010

Mehr Raser und “Tempo-Unfälle” auf deutschen Straßen

Berlin – Die Zahl tempobedingter Verkehrsunfälle mit Personenschaden steigt erstmals seit Jahren wieder an. Das berichtet die „Bild-Zeitung“ unter Berufung auf Angaben des Auto Club Europa. Demnach habe es im vergangenen Jahr aufgrund von „nicht angepasster Geschwindigkeit“ 56 874 Unfälle mit Personenschaden gegeben und damit 2,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit sei Rasen, zu spätes Abbremsen oder zu kräftiges Beschleunigen innerhalb der Tempogrenzen mit 15,1 Prozent zur zweithäufigsten Unfallursache aufgerückt. Tempobedingte Unfälle führten darüber hinaus zu fast 40 Prozent aller Verkehrstoten und fast 27 Prozent aller Schwerverletzten, so der ACE unter Berufung auf Angaben des Statistischen Bundesamts.

Die meisten Tempounfälle mit Personenschaden passieren laut „Bild“-Bericht in Rheinland-Pfalz (1272 pro eine Millionen Einwohner ab 14 Jahren), Thüringen (1148) und Schleswig-Holstein (1006), die wenigsten in Berlin (450), Brandenburg (552) und Niedersachsen (519). Wie die Online-Ausgabe von „Bild“ weiter berichtet, sind überdurchschnittlich oft junge männliche Fahrer an Tempo-Unfällen beteiligt, während ältere Fahrer und Frauen die eigene Geschwindigkeit besser einschätzen könnten. Auch Motorradfahrer haben ihre Geschwindigkeit überdurchschnittlich oft nicht im Griff. Rasen bedeute nicht notwendigerweise, dass der Fahrer extrem schnell fährt. Auch vorgeschriebene 50 Stundenkilometer in der Stadt können bei schlechter Sicht wegen Regen oder Nebel zu schnell sein.

Dem Bericht zufolge seien 2009 fast 5,2 Millionen Führerscheinbesitzer wegen massiver Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit registriert gewesen. Das sei der größte Teil aller Punktebesitzer. Bei den Eintragungen im Verkehrsregister rangiere Brandenburg mit 87 pro 1000 Einwohner ganz oben, danach folgen Thüringen mit 62, Niedersachsen und Hessen mit je 54, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen mit je 50 Temposündern. Am sichersten fahren die Berliner mit 9 Fällen je 1000, Sachsen-Anhaltiner mit 20 und Hamburger mit 22.

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