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Mehr Firmenpleiten in Deutschland

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07.02.2012

Konjunktureintrübung Mehr Firmenpleiten in Deutschland

Wirtschaftsauskunftei Creditreform rechnet mit Zunahme der Unternehmensinsolvenzen um sechs Prozent.

Düsseldorf – Die aktuelle Konjunkturabschwächung bedroht die Existenz tausender Firmen in Deutschland. Nach Einschätzung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform wird die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in diesem Jahr um rund sechs Prozent auf etwa 32.000 steigen. Das teilte Creditreform-Vorstand Helmut Rödl am Dienstag in Düsseldorf mit.

Im vergangenen Jahr hatte Deutschland noch der europäischen Staatsschuldenkrise getrotzt. Während in Krisenländern wie Griechenland, Spanien, Portugal und Italien die Zahl der Firmenpleiten dramatisch anstieg, sank ihre Zahl in der Bundesrepublik um knapp sechs Prozent auf gut 30.000.

Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen soll dagegen in Deutschland in diesem Jahr bei rund 130.000 stagnieren. Dies sei aber wohl nicht auf eine Entspannung der Überschuldungsproblematik in deutschen Haushalten zurückzuführen, sagte Rödl. Vielmehr zögerten viele Privatpersonen eine Insolvenz hinaus, da sie damit rechneten, dass der Gesetzgeber die mit der Privatpleite verbundenen Auflagen in diesem Jahr deutlich verringere. Danach sei wieder mit einer “gravierenden Zunahme der Privatinsolvenzen” zu rechnen. Im vergangenen Jahr sei die Zahl der Verbraucherinsolvenzen wohl aus dem gleichen Grunde in Deutschland sogar um fast sechs Prozent gesunken.

2011 hatten die Neusser Experten europaweit 175.000 Firmenpleiten registriert. Dabei ging ein Riss durch den Kontinent. Während in Deutschland, Dänemark, Österreich, Schweden, Frankreich und den Niederlanden die Zahl der Unternehmensinsolvenzen dank der guten Konjunktur deutlich zurückging, verzeichneten Krisenländer wie Griechenland, Spanien, Portugal und Italien zweistellige Zuwächse. Insgesamt mussten wegen Firmenpleiten europaweit rund 1,5 Millionen Beschäftigte um ihren Arbeitsplatz bangen, sieben Prozent mehr als im Vorjahr.

In diesem Jahr rechnet Creditreform in Westeuropa mit einem weiteren leichten Anstieg der Insolvenzzahlen um rund ein Prozent auf 177.000 Firmenpleiten. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen werde voraussichtlich um zwei Prozent auf 380.000 steigen.

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