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Mehr Bausparverträge, weniger Gewinn

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19.01.2012

Schwäbisch Hall Mehr Bausparverträge, weniger Gewinn

Bausparkasse zahlte mehr Geld für Provisionen.

Stuttgart – Mehr neue Bausparverträge und trotzdem etwas weniger Gewinn: Bei der bundesweit größten Bausparkasse Schwäbisch Hall ist das Ergebnis 2011 vor Steuern um 8,5 Prozent auf 300 Millionen Euro gesunken, wie der Vorstandsvorsitzende Matthias Metz am Donnerstag in Stuttgart sagte. Verantwortlich seien dafür vor allem die deutlich höheren Kosten für die Vermittlung der Verträge.

Für Provisionen hat das Unternehmen nach eigenen Angaben 238 Millionen Euro gezahlt, 45 Millionen mehr als im Vorjahr. Dafür wurden aber auch mehr neue Verträge abgeschlossen: Die Bausparsumme wuchs um 10,5 Prozent auf 31,7 Milliarden Euro. Damit liegt das Neugeschäft fast auf dem bisherigen Rekordniveau des Jahres 2008. “Wir sind weiter auf der Überholspur”, sagte Metz. 2011 sei ein “erfreuliches Jahr” gewesen.

Der Vorstandsvorsitzende verteidigte die hohen Ausgaben für die Vertragsvermittlung. Das “stürmische Neugeschäft” lege gleichzeitig auch “die Basis für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens”, sagte Metz. “Schließlich sichert die Investitionen von heute die Erträge von morgen.” Durch die vielen neuen Verträge sei der Marktanteil im vergangenen Jahr um mindestens einen Prozentpunkt auf fast 30 Prozent gestiegen. Schwäbisch Hall ist nach eigenen Angaben die größte Bausparkasse Deutschlands.

Neben Bausparverträgen bietet das Unternehmen auch Sofortfinanzierungen und Darlehen zur Baufinanzierung. In diesem Geschäftsfeld wuchs das Kreditvolumen um 3,9 Prozent auf 11,2 Milliarden Euro – den bislang höchsten Wert in der Geschichte von Schwäbisch Hall. Der Verkauf von Versicherungen und Investmentfonds ging hingegen um 3,2 Prozent zurück und betrug im vergangenen Jahr 4,7 Milliarden Euro. Vor allem die Fonds wurden weniger nachgefragt.

Für das laufende Jahr rechnet der Vorstandsvorsitzende Metz mit einem guten Geschäft. “Wir gehen davon aus, dass wir in diesem Jahr – und darüber hinaus – vom Trend zu sicheren Spar- und Finanzierungsformen profitieren.” Voraussichtlich würden 2012 wiederum neue Bausparverträge mit einem Gesamtvolumen von mehr als 30 Milliarden Euro abgeschlossen.

Gute Aussichten sieht Metz auch für die Finanzierung von Gebäudesanierungen. Um die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen, müssten jährlich 300.000 Häuser eine bessere Wärmedämmung bekommen. Bislang würden aber bloß 90.000 Gebäude umgerüstet. Metz sprach von einem “gigantischen Sanierungsstau in Deutschland”.

Das Auslandsgeschäft von Schwäbisch Hall schwächelte im vergangenen Jahr. Die Bausparsumme durch Neuverträge ging um 9,0 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro zurück. Laut Metz liegt das vor allem am schwachen Ergebnis in Tschechien.

In Zukunft soll China zu einem wichtigen Markt werden. Vor kurzem hat Schwäbisch Hall ein Büro in Chongqing eröffnet, einer Stadt mit rund 30 Millionen Einwohnern. Metz sagte allerdings auch: “Es ist sehr, sehr schwer. Kein Mensch dort kennt das Bausparen.” Er sei aber dennoch optimistisch, mit dem Geschäftsmodell Erfolg zu haben. Die chinesische Regierung habe angekündigt, in den kommenden fünf Jahren landesweit 36 Millionen neue Sozialwohnungen bauen zu lassen.

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