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Studie: Mehr als 970 Kinder sind anonymer Herkunft

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14.01.2012

Soziales Studie: Mehr als 970 Kinder sind anonymer Herkunft

Nur bei einem Teil der Kinder Angaben über weiteres Schicksal.

Berlin – Mindestens 973 Kinder sind in Deutschland bei anonymen Geburten zur Welt gebracht oder in Babyklappen abgelegt worden. Zwei Drittel (652 Kinder) wurden anonym geboren, knapp ein Drittel (278) wurde in eine Babyklappe gelegt. Weitere 43 Kinder wurden Mitarbeitern dieser Einrichtungen anonym übergeben, wie “Die Welt” (Samstagausgabe) unter Berufung auf eine Studie des Deutschen Jugendinstituts im Auftrag des Bundesfamilienministeriums berichtete. In Hamburg war vor zwölf Jahren bundesweit die erste Babyklappe eingerichtet worden.

Die Hälfte der Kinder aus Babyklappen und ein Drittel der Säuglinge aus anonymen Geburten seien laut Studie schnell in Adoptivfamilien vermittelt worden. Für 376 Kinder seien laut den beteiligten Jugendämtern Adoptionsvormundschaften erteilt worden, von denen 45 durch die leiblichen Eltern zurückgenommen wurden.

Befragt wurden den Angaben zufolge 591 Jugendämter, von denen sich 466 beteiligten. Von den 344 angeschriebenen Trägern der Angebote von Babyklappen oder anonymen Geburten beteiligten sich 272 an der Befragung. Allerdings hätten die Träger nur zu einem Teil der Kinder Angaben über deren weiteres Schicksal machen können. “Bei den Anbietern und Trägern fehlen für ein gutes Fünftel der anonym abgegebenen Kinder Informationen über deren Verbleib”, zitiert die Zeitung die Autoren. Es gebe “sehr große (Qualitäts-)Unterschiede innerhalb der Trägerlandschaft”, hieß es weiter.

Eine gesetzliche Regelung “vertraulicher Geburten” hatte der Deutsche Ethikrat in einer Stellungnahme vor zwei Jahren gefordert und zugleich mehrheitlich die Schließung von Babyklappen empfohlen. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) will nach Informationen der “Welt” noch in dieser Legislaturperiode Konsequenzen aus den Ergebnissen der Studie mit den Koalitionsfraktionen besprechen.

In der Expertise des Deutschen Jugend-Instituts heißt es einem Vorab-Bericht des Nachrichtenmagazins “Focus” zufolge: “Die Ursprungsidee der Angebote zur anonymen Kindesabgabe war die Lebendrettung von Neugeborenen, die in Gefahr waren, durch Tötung nach der Geburt oder Aussetzung zu versterben. Dies ist vielfach nicht mehr das vorrangige Motiv zur Weiterführung der Angebote zur anonymen Kindesabgabe.” Weiter kritisierten die Experten, dass die “Zielgruppen, die bei der Einrichtung der Angebote vielfach im Fokus standen (Prostituierte, Drogenabhängige, sehr junge Mädchen, Frauen, die ihre Neugeborenen töten oder aussetzen) nicht erreicht werden.”

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