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Mehr als 160 Flüge ausgefallen

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27.02.2012

Frankfurt Mehr als 160 Flüge ausgefallen

Fraport rechnet mit 200 Streichungen am Montag – Nächste Tage „in gleicher Größenordnung“.

Frankfurt/Main – Mehr als 160 Kurz- und Mittelstreckenflüge sind bis Montagnachmittag dem Streik von rund 200 Vorfeld-Mitarbeitern auf dem Frankfurter Flughafen zum Opfer gefallen. Ein Sprecher der Betreibergesellschaft Fraport sagte auf dapd-Anfrage, insgesamt würden bis Betriebsschluss um 23.00 Uhr 200 Flüge ausfallen. Dennoch sprach er von „geregeltem Betriebsablauf“. Insgesamt standen für den Montag fast 1.300 Flugbewegungen auf dem Flugplan.

Die Vorfeld-Mitarbeiter waren am Sonntagabend in einen zunächst bis zum kommenden Donnerstag, 05.00 Uhr, befristeten Streik getreten. Ihre Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) will damit deutliche Entgelterhöhungen durchsetzen. Das Ausmaß der Erhöhungen wird von beiden Seiten mit unterschiedlichen Raten angegeben, die von drei bis 70 Prozent reichen. GdF-Sprecher Matthias Maas sagte, es seien durchschnittlich 30 Prozent, gestaffelt für die nächsten vier Jahre, gefordert, was die Brutto-Jahresgehälter dann auf 44.000 bis 45.000 Euro bringen würde.

Ende vergangener Woche waren Gespräche nach einer ersten fünftägigen Arbeitsniederlegung abgebrochen worden. Maas‘ Angaben zufolge „steht die Streikfront geschlossen“. Es seien mehr Mitarbeiter vor Ort, als für die jeweilige Schicht erforderlich. „Manchmal sind bis zu 100 Mitarbeiter da“, sagte er.

Fraport erläuterte das vergangene Woche unterbreitete Angebot noch einmal öffentlich mit der Bemerkung, es beinhalte Steigerungen „bis zu fast 30 Prozent“ bei Gehalt, Arbeitszeit und Sonderleistungen für diesen Bereich. Die Gehälter der höheren Gruppen beliefen sich auf Jahressummen zwischen 42.000 und 69.200 Euro.

Die Gewerkschaft fühle sich von Fraport „bewusst getäuscht“ und als „böser Bube“ dargestellt, sagte Maas Dow Jones Newswires. Das Unternehmen habe vor Wiederaufnahme der Verhandlungen öffentlich Versprechungen gemacht, diese aber am Verhandlungstisch nicht gehalten. So habe Vorstandsvorsitzender Stefan Schulte als Verhandlungsgrundlage das letzte Angebot vor Anrufung des Schlichters angeboten. Bei den Verhandlungen sei dieses Angebot dann aber gar nicht Grundlage gewesen.

Diesen Vorwurf wies Fraport von sich. Das Unternehmen habe die Wiederaufnahme der Verhandlungen „ohne jede Vorbedingung“ angeboten, sagte Sprecher Mike Schweitzer. Das damalige Angebot sei unterbreitet worden, um einen Streik zu vermeiden. Nun habe aber bereits ein Arbeitskampf stattgefunden. Das aktuell am Donnerstag unterbreitete Angebot sei nun die Grundlage.

Für den späten Montagnachmittag hatte die GdF in Frankfurt eine Vorstandssitzung angesetzt, auf der über das weitere Vorgehen entschieden werden sollte. Welche Optionen es dafür gebe, dazu wollte Maas nichts sagen.

Allein die Deutsche Lufthansa strich am Montag 140 Flüge und kündigte eine Verringerung in gleicher Höhe auch für die kommenden zwei Streiktage an. Fernflüge seien nicht betroffen. Eine detaillierte Liste der ausfallenden Flüge der kommenden Tage stellte die Lufthansa auf ihre Internetseite. Air Berlin strich zwei Flugpaare ganz und legte die anderen Flüge zusammen. Sprecherinnen wiesen darauf hin, dass Umbuchungen und Stornierungen betroffener Flüge kostenlos möglich seien.

(Lufthansa zu Streikauswirkungen: http://bit.ly/jPj4OZ )

(Air Berlin zu Streikauswirkungen: http://bit.ly/zWJmBU )

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