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Goldgräberstimmung bei der DFL

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09.02.2012

Medienrechte Goldgräberstimmung bei der DFL

Hoffnung auf zehn Prozent Einnahmeplus.

Frankfurt/Main – Der Kampf um den Zuschlag der Inlands-Medienrechte geht in die heiße Phase und bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) herrscht Goldgräberstimmung. Die Vertretung der Bundesliga-Klubs hat am Donnerstag in Frankfurt/Main die Pakete für die Rechtevergabe von der Saison 2013/14 bis 2016/17 vorgestellt und kann bei der Vermarktung auf ein Plus von zehn Prozent gegenüber den vergangenen vier Jahren hoffen. Als realistisch gilt ein Zuwachs von 412 auf 460 Millionen Euro pro Jahr und damit eine Gesamteinnahme von etwa zwei Milliarden Euro in den nächsten vier Jahren.

Die DFL dürfte generell von der größeren Konkurrenzsituation profitieren. Als gravierendste Neuerung ist die sogenannte Internet-Sportschau und damit der Aufbruch der Bundesliga-Vermarktung in ein neues Medien-Zeitalter möglich. Denn im frei empfangbaren Fernsehen steht die ARD mit der Sportschau unter Druck. Google hat über die Tochterfirma Youtube ebenso Interesse an einer Internet-Sportschau angekündigt wie Yahoo und der Axel-Springer-Verlag.

“Wir denken auch an die Möglichkeiten der Zukunft. Die Infrastruktur wird sich in den kommenden Jahren wandeln. Die Bundesliga kann durchaus der Treiber der Neuen Medien sein”, sagte der Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung, Christian Seifert, der den “klassischen Zuschauern” aber zugleich die Angst nehmen wollte: “Die Bundesliga wird auf keinen Fall ganz im Internet verschwinden.”

Das Bundeskartellamt hatte anders als 2008 die Zustimmung zur zentralen Vermarktung nicht länger an eine Ausstrahlung der Samstagnachmittagsspiele vor 20.00 Uhr im frei empfangbaren Fernsehen gekoppelt. Als Folge könnten viele Zuschauer beim Zuschlag für eine Internet-Sportschau ab 19.00 Uhr in die Röhre schauen. Denn bislang hat ein Viertel aller Haushalte kein Internetanschluss, weitere 25 Prozent verfügen nicht über ein notwendiges Breitbandkabel. Für diese Zuschauer wäre eine Zusammenfassung der Samstagsspiele bei einem Zuschlag für die Neuen Medien frühestens ab 21.45 Uhr im Fernsehen möglich.

Rückschlag für Telekom beim Angriff auf Sky

Der DFL kommt die Konkurrenzsituation beim Streben nach höheren Einnahmen entgegen. Allerdings droht der Deutschen Telekom beim Buhlen um die Rechte für die Live-Übertragungen der Spiele im Bezahlfernsehen im Wettbewerb mit dem bisherigen Anbieter Sky ein Rückschlag. Denn das Bemühen der Telekom stößt auf Widerstand der Medienwächter. Die zuständige Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) hat Zweifel an der Legalität des Telekom-Angebots Liga Total, sollte die Telekom auch die Rechte für das Bezahlfernsehen erwerben. “Wenn sich das Volumen der Sportrechte vervielfacht, macht das eine Neubewertung nötig”, sagte der ZAK-Vorsitzende Thomas Fuchs der “Financial Times Deutschland”.

Die Entscheidung über die Vergabe der einzelnen Rechtepakete soll laut Fahrplan der DFL bis Ende April getroffen werden. Die Rechtvergabe muss nach der Entscheidung des Ligavorstands noch durch die Mitgliederversammlung der 36 Klubs der ersten und zweiten Liga abgesegnet werden.

Keine weitere Zerstückelung der Spieltage

Keine Auswirkungen hat der Kampf um die Medienrechte bei der Gestaltung der Spieltage. Eine Ausweitung der Anstoßzeiten und eine weitere Zerstückelung der Spieltage wird es nicht geben. “Das Kerngeschäft bleibt der Samstag mit fünf Spielen um 15.30 Uhr”, sagte Seifert. Leichte Änderungen gibt es lediglich in der zweiten Liga. Die Anstoßzeiten der Freitagspiele werden von 18.00 auf 18.30 Uhr nach hinten verschoben.

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