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Manroland-Beschäftigte nach Zerschlagung unter Schock

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19.01.2012

Unternehmen Manroland-Beschäftigte nach Zerschlagung unter Schock

Staatliche Hilfen möglich bei schlüssigem Insolvenzkonzept – Jobsuche hat begonnen.

Augsburg/Offenbach – Das Unternehmen ist gerettet, doch viele Beschäftigte des weltweit drittgrößten Druckmaschinenherstellers Manroland sehen für ihre eigene Zukunft schwarz. Am Tag nach Bekanntgabe der Zerschlagung des insolventen Unternehmens und damit einhergehender Massenentlassungen an den drei Standorten Augsburg, Plauen und Offenbach standen Beschäftigte und Gewerkschafter am Donnerstag unter Schock. “Mit uns geht das hier ganz den Bach runter”, sagte Juan Lazlo, Manroland-Monteur in Offenbach.

Das Land Hessen will Hilfen für den Standort Offenbach prüfen. “Wir werden alles Notwendige und Machbare in die Wege leiten, um die Arbeitsplätze in Offenbach zu halten”, sagte Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP). Auch die sächsische Landesregierung erwäge Unterstützung für das Werk in Plauen, kündigte Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) an. Doch vor einer möglichen Hilfe wollen die Politiker erst einmal schlüssige Insolvenzkonzepte für die Werke sehen.

Am Standort Offenbach, den das Management mit einem Investor sanieren will, werden nach Angaben von Insolvenzverwalter Werner Schneider rund 1.000 der jetzt 1.760 Beschäftigten ihren Job verlieren. Im Werk Plauen, das ausgelagert werden soll, werden laut IG Metall bis zum Monatsende fast 530 Stellen gestrichen, nur knapp 300 Arbeiter könnten bleiben. In Augsburg, dem größten Manroland-Werk, fallen 1.000 von zuletzt 2.400 Stellen weg.

Das Augsburger Werk hat der Lübecker Mischkonzern Possehl übernommen. Possehl plant einen drastischen Umbau der Firma. “Manroland hat noch Strukturen eines Milliardenkonzerns”, sagte Possehl-Sprecher Lutz Nehls. Geplant sei aber die Einführung mittelständischer Strukturen. “Es macht keinen Sinn, Hallen zu haben, die dann leer stehen”, erklärte Nehls mit Blick auf den Stellenabbau.

“Das ist das einzig Positive, dass wir in deutscher Hand bleiben”, sagte Rudolf Mayer, seit 40 Jahren “Manrolander” in Augsburg. Für Mayer und viele seiner Kollegen steht trotz aller Sorge um den eigenen Arbeitsplatz fest, dass die Übernahme durch Possehl besser ist als der Einstieg des US-Finanzinvestors Platinum Equity, der lange für Manroland geboten hatte.

Für viele entlassene Manroland-Beschäftigte beginnt jetzt die Suche nach einem neuen Job, etwa für Maschinenbauschlosser Günther Zoth. 35 Jahre hat er im Werk Offenbach gearbeitet. “Ich habe angebaut und seitdem Schulden bei der Bank. Das wird bedrohlich”, sagte er.

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