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Angeklagter bestreitet tödliche Messerattacke

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06.02.2012

Mannheim Angeklagter bestreitet tödliche Messerattacke

37-Jähriger macht zu Prozessauftakt in Mannheim Erinnerungslücken geltend.

Mannheim – Ein wegen Mordes an einem Trinkkumpanen angeklagter Mann hat zum Prozessauftakt die Vorwürfe bestritten. Auch gab der 37-Jährige am Montag vor dem Landgericht Mannheim an, sich alkoholbedingt an nichts erinnern zu können. Er wird beschuldigt, das Opfer nach gemeinsamem Alkoholkonsum in einer Mannheimer Wohnung erstochen zu haben. Dem Angeklagten wird in einem weiteren Fall versuchter Totschlag, Körperverletzung und versuchte gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Nach Angaben des Staatsanwalts stand der 37-Jährige am Tatabend, dem 20. Mai 2011, unter erheblichem Alkoholeinfluss, als er mit dem späteren Opfer während einer kleinen Feier in der Wohnung seines Cousins trank. Außer dem Vetter war noch ein weiterer Mann anwesend. Später habe der Angeklagte dem Opfer ein Küchenmesser mit einer 20 Zentimeter langen Klinge von oben und “vollkommen überraschend mit voller Wucht” in den Hals gerammt. Der ebenfalls stark alkoholisierte Mann sei an seinen Verletzungen gestorben.

Der 37 Jahre alte Angeklagte, der aufgrund von Alkoholproblemen in der Vergangenheit wiederholt aus Arbeitsverhältnissen entlassen wurde, bestritt die Vorwürfe. Er sagte aus, er habe tagsüber viel Bier getrunken, am Abend seien noch große Mengen Wodka hinzugekommen.

Obwohl er bei einem früheren Treffen mit dem Opfer einen Streit gehabt habe, sei dieser am Abend der Feier kein Thema zwischen den beiden Männern gewesen. Der Angeklagte unterstrich, er könne sich nicht mehr an die Geschehnisse in der Wohnung erinnern. Er habe einen “Filmriss” gehabt und sei erst wieder auf einer Bank im Freien zu sich gekommen.

Dann habe er sich zu einem anderen Bekannten aufgemacht, um dort weiter zu trinken. Dort habe er sich zwei Tage aufgehalten, bis er schließlich von einem anderen Kumpanen erfahren habe, dass die Polizei nach ihm suche. Das sei ihm absolut unverständlich erschienen: “Ich habe kein Blut gesehen”, sagte er mit Blick auf den Tatabend. Daraufhin habe er sich der Polizei gestellt.

Der Vorsitzende Richter hielt dem Angeklagten vor, seine Aussagen stünden in Widerspruch zu dem Polizeiprotokoll. So habe er etwa bei der Polizei davon gesprochen, er habe das Opfer auf dem Boden liegen sehen. Aus Sicht des Angeklagten haben die Kriminalbeamten ihm suggeriert, was er auszusagen habe. Außerdem sei es ihm nicht zuletzt aufgrund seiner Alkoholsucht bei der Vernehmung so schlecht gegangen, dass er sich gar nicht mehr an seine Aussagen erinnere.

Auch die Vorwürfe, wonach er Anfang Oktober 2010 seine damaligen Lebensgefährtin ebenfalls mit einem langen Küchenmesser umbringen wollte, wies er am Montag zurück. Die Staatsanwaltschaft legt ihm zur Last, er habe während eines gemeinsamen Besuchs bei seinem Bruder seine Lebensgefährtin mit einem Besteckmesser zu verletzten versucht. Nur das Einschreiten des Bruders habe Schlimmeres verhindern können.

Die Anklage wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Bruder des Angeklagten bei einem abgehörten Telefonat mit der Mutter, den Fall geschildert habe. Der Prozess wird am 10. Februar fortgesetzt.

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