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Mann gesteht zu Prozessauftakt Tötung der Ex-Freundin

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13.01.2012

Prozesse Mann gesteht zu Prozessauftakt Tötung der Ex-Freundin

Angeklagter muss sich wegen Mordes an 39-Jähriger vor Gericht verantworten.

Heidelberg – Ein 42 Jahre alter Mann hat am Freitag zum Prozessauftakt vor dem Heidelberger Landgericht die Tötung seiner ehemalige Freundin gestanden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, Ende Mai 2011 in die Wohnung der 39-Jährigen eingedrungen zu sein und auf sie eingestochen zu haben, bis sie sich nicht mehr bewegte. Das Opfer verblutete. Die Anklage lautet auf Mord.

In einer Erklärung ließ der Angeklagte verlauten: „Ich würde mein eigenes Leben geben, um es ungeschehen zu machen.“ Während der Verlesung saß er stumm und mit gesenktem Kopf neben seinen Anwälten.

In seiner Schilderung vor Gericht berichtete der Mann von mehreren gescheiterten Liebesbeziehungen der vergangenen Jahre. Der Angeklagte konstatierte, er sei von Frauen zumeist wegen eines anderen Mannes verlassen worden, daher habe er auch psychische Probleme bekommen. „Ich hatte panische Angst davor, wieder verlassen zu werden.“

Schließlich habe er 2006 das spätere Opfer während einer Umschulung kennengelernt. Die Beziehung mit der Mutter einer Tochter sei zunächst sehr gut verlaufen. Später allerdings habe er zunehmend eifersüchtig auf Männer in ihrem Umfeld reagiert. Schließlich habe sich die Frau wegen seines steten Misstrauens von ihm getrennt und eine Beziehung zu einem anderen Mann aufgebaut.

Dieser habe ihn einmal verprügelt, weil er sich mit der früheren Freundin aussprechen wollte, ließ der Angeklagte erklären. Er wurde dabei nach eigenen Angaben schwer verletzt. Dennoch wollte er noch mal das Gespräch mit der Frau suchen.

Alkoholisiert – und aus Angst vor dem Freund der Ex-Freundin mit einem Messer bewaffnet – sei er schließlich durch das Fenster in das Zimmer der Frau geklettert, die in einem Heidelberger Wohnheim einer privaten Hochschule lebte. Als die Frau ihn sah, habe sie ihn sofort angegriffen, woraufhin es zum Gerangel gekommen sei. Sie habe damit gedroht, ihren neuen Freund zur Hilfe zu holen. „Dann habe ich mehrere Male auf sie eingestochen“, hieß es in der Erklärung.

Vor der Tat soll der Mann seine Ex-Freundin unter anderem bei einer Behörde sowie bei Verwandten und Bekannten angeschwärzt haben. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft wollte er sich rächen, weil sie ihn verlassen hatte.

Zu Prozessbeginn stellte die Verteidigung einen Befangenheitsantrag gegen einen Sachverständigen, der im Zuge der Ermittlung ein vorläufiges Gutachten erstellt hatte. Darin würden seelische Probleme und Traumata des Angeklagten „relativiert“, hieß es zur Begründung. Die Staatsanwaltschaft erklärte, das Gutachten sei „in keiner Weise“ angreifbar. Das Gericht lehnte den Befangenheitsantrag ab.

Für den Prozess sind sechs Verhandlungstage angesetzt. Dabei sollen 25 Zeugen und zwei Sachverständige angehört werden.

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