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17.01.2013

Ex-Generalinspekteur Mali-Einsatz wird langwierige Mission für Europa

Europa für ihre zögerliche Haltung kritisiert.

Berlin – Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Klaus Naumann, sieht in Mali eine langwierige Mission auf die Streitkräfte Europas zukommen. „Wir werden uns darauf einstellen müssen, dass wir in einem langen Konflikt stecken“, sagte Naumann der „Welt“. Ausbildungshilfe könne auch bedeuten, die ausgebildeten Truppen anschließend in den Einsatz zu begleiten.

„Außerdem muss es nach dem möglichen Niederkämpfen der Islamisten, was schon schwierig genug ist, darum gehen, die Region zu stabilisieren“, sagte Naumann. Deswegen sollte man sich bereits jetzt Gedanken darüber machen, wie das Ganze weitergehen werde, so der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr.

Mit dem Eingreifen Frankreichs müsse die Entschlossenheit verbunden sein, die Aktion erfolgreich zu Ende zu bringen. „Im Grunde kann man das Land erst wieder verlassen, wenn eine demokratisch gewählte Regierung die Kontrolle über das ganze Staatsgebiet mit eigenen Kräften und Aussicht auf Erfolg sicherstellen kann“, erklärte Naumann.

Sollte militärisches Eingreifen der EU nötig werden, müsse auch Deutschland an der Seite seiner Partner stehen. „Dann darf man auch nicht als Erstes sagen, was man alles nicht tun wird – das war ja jetzt leider auch wieder die erste Äußerung in Berlin.“

Zögerliche Haltung Europas in der Kritik

Der ehemalige Generalinspekteur, der von 1996 bis 1999 auch Vorsitzender des Nato-Militärausschusses war, kritisierte zudem die Verantwortlichen in Europa für ihre zögerliche Haltung seit Beginn der Unruhen in Mali im März 2012. Ihm erscheine es „ungewöhnlich lange, dass die zehn Monate bis heute letztlich ohne sichtbare Initiative verstrichen sind“, betonte Naumann gegenüber der Zeitung.

Für ihn sei das ein erneuter Beleg „für die noch immer fehlende Reife Europas, ein Akteur im Krisenmanagement zu sein“. „Jeder wusste, dass sehr viel auf dem Spiel steht, dass diese ganze Zone droht, eine Quelle fortdauernder Gefahr und Instabilität für Europa zu werden“, so Naumann. Dass sich al-Qaida nach dem Eingreifen der Nato am Hindukusch neue Operationsgebiete gesucht habe, „wissen wir nicht erst seit vorgestern“.

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