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03.03.2010

Magazin-Webseiten konfus und uneinheitlich

New York – Für Magazin-Webseiten gelten bis dato keinerlei einheitliche Standards. Aufmachung und Bearbeitung der Seiten folgen keinen festgelegten Normen und sind vollkommen unterschiedlich. Das ist das Kernergebnis einer aktuellen Untersuchung von Columbia Journalism Review, im Zuge derer 665 verschiedene Konsumentenmagazine nach Anwendung und Rentabilität analysiert wurden. „Es gibt bisher keine allgemein akzeptierten Normen für das neue Medium“, so Victor Navasky, Chairman bei Columbia Journalism Review. Es herrsche Chaos. Die untersuchten Zeitschriften repräsentieren eine breite Palette an unterschiedlichen Titeln mit unterschiedlicher Größe. Zwölf der teilnehmenden Magazine kommen auf Print-Auflagen von mehr als 500.000 Stück – beispielsweise Time, Wired oder Redbook, berichtet die New York Times. Etwa die Hälfte der analysierten Magazine hat Auflagen von unter 100.000.

Völlig unterschiedliche Rückmeldungen

Die Antworten, die auf die gestellten Fragen gegeben wurden, fielen völlig unterschiedlich aus – etwa in Bezug darauf, ob und wie die Zeitschriften-Webseiten Geld einbringen. Nur ein Drittel gab an, mit den Webseiten profitabel zu sein. Ebenso unterschiedlich sind Angebot und Aufmachung der Magazine im Web. Über die Hälfte stellt Printausgaben derzeit komplett kostenlos ins Netz. Vier Prozent verlangen für Printinhalte online Geld und zehn Prozent verrechnen für einen Teil der Inhalte Gebühren. Der Rest der Magazine stellt überhaupt nur eine Auswahl an Printinhalten ins Internet.

Lockeres Vorgehen bei Korrektur

Beim Korrekturlesen gehen 48 Prozent der Magazine online generell weniger streng vor als im Print. Elf Prozent korrigieren Artikel online überhaupt nicht. Ähnlich sieht es in Sachen Fakten-Überprüfung aus. Zwar setzen laut Studie 57 Prozent dieselben Maßstäbe an, 27 Prozent aber sind in dieser Hinsicht im Web sehr viel nachlässiger. Acht Prozent recherchieren reine Onlineinhalte gar nicht nach. Auch bei der nachträglichen Fehlerkorrektur wird völlig unterschiedlich vorgegangen. 87 Prozent der Zeitschriften korrigieren Kleinigkeiten wie Tippfehler, ohne die Leser darüber zu informieren. 45 Prozent verbessern auch inhaltliche Fehler, ohne darauf hinzuweisen. „Eine Sache, die auffällt, ist die Aufgabe von Standards zugunsten der Schnelligkeit“, sagt Navasaky. Die allgemeine Auffassung sei, möglichst der Erste zu sein, um den entsprechenden Traffic auf die Webseite zu bekommen, wovon wiederum die Anzeigenverkäufe im Web abhängen.

Aufgrund des schrumpfenden Printgeschäfts werden die Online-Auftritte der Verlage immer wichtiger. Nicht nur die Auflagen, auch die Reichweiten der Zeitschriften gingen zuletzt international sowie auch hierzulande leicht zurück. Die Studienautoren hoffen nun, dass ihre Ergebnisse dabei helfen werden, im Onlinebereich ähnlich Standards zu etablieren, wie es sie für Druckausgaben – etwa von der American Society of Magazine Editors – gibt.

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