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Magazin: Porsche wollte Vergleich schließen

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19.01.2012

Unternehmen Magazin: Porsche wollte Vergleich schließen

Gegen das Unternehmen sind Milliardenklagen anhängig.

Stuttgart – Der mit Milliardenklagen konfrontierte Sportwagenhersteller Porsche hat offenbar versucht, mit einem Vergleich ein Gerichtsverfahren abzuwenden. Das Unternehmen habe einer Gruppe von Fonds in den USA eine Abfindung in niedriger dreistelliger Millionenhöhe angeboten, berichtete das “Manager Magazin”. Im Gegenzug habe Porsche verlangt, dass die Investoren ihre in New York gegen das Unternehmen gerichteten Schadenersatzklagen fallen lassen und auf mögliche neue Forderungen verzichten. Die Fonds hätten das Angebot jedoch als zu niedrig abgelehnt.

Ein Porsche-Sprecher wollte den Artikel nicht kommentieren. Auch eine Sprecherin für eine Gruppe von sieben Fonds, die in Deutschland klagen und unter denen auch Kläger in den USA sind, wollte sich zu etwaigen Angeboten nicht äußern.

Nach der Übernahmeschlacht um Volkswagen in den Jahren 2008 und 2009 droht insbesondere Porsche, aber auch dem Wolfsburger Konzern ein teures Nachspiel. In den USA und Deutschland sind mehrere Gerichtsverfahren in Milliardenhöhe anhängig. Der Sportwagenbauer und der VW-Konzern mussten ihre Pläne für eine Verschmelzung 2011 absagen, weil sie die Milliardenrisiken scheuen, die sich aus den Verfahren ergeben.

In den USA wirft die Gruppe von Investmentfonds Porsche vor, im Zuge der versuchten Übernahme von Volkswagen die Investoren getäuscht und belogen zu haben und fordert Schadenersatz für entstandene Verluste von mehr als zwei Milliarden Dollar. Die Klage wurde in erster Instanz abgewiesen. Auch das Landgericht Stuttgart befasst sich mit Millionen-Klagen.

Im vergangenen September hatten zudem 41 institutionelle Investoren, darunter Banken, Versicherungen und Fonds, Klage am Landgericht Braunschweig eingereicht. Die dortigen Richter befassen sich einem Bericht der “Braunschweiger Zeitung” (Freitagausgabe) derzeit mit vier Schadenersatzklagen gegen die Porsche-Holding und den Volkswagen-Konzern. Für das erste Verfahren wurde demnach ein Verhandlungstermin festgesetzt: der 27. Juni. Das habe eine Gerichtssprecherin bestätigt.

Die Kläger fordern von Porsche und VW insgesamt 1,1 Milliarden Euro Schadenersatz. Auch sie werfen Porsche und VW Falschinformation vor. Dem haben sich inzwischen weitere Kläger angeschlossen, so dass sich die geforderte Summe auf 1,8 Milliarden Euro erhöht hat. Vertreten werden die Kläger von der Münchener Anwaltskanzlei CLLB.

Franz Braun, Partner in der Kanzlei, sagte der Nachrichtenagentur dapd, seine Mandanten hätten kein Angebot für einen Vergleich erhalten. Er glaubt auch nicht, dass es ein solches Angebot an andere Fonds gab. “Wir verfolgen das mit großem Interesse. Dafür haben wir aber definitiv keine Anhaltspunkte”, sagte er. Seine Kanzlei sei ständig auch mit den anderen Klägern in Kontakt und habe nichts Entsprechendes gehört.

Auch der Frankfurter Anwalt Klaus Nieding sagte, ein solches Angebot “gibt es bei uns nicht”. Er vertritt mehrere Kläger, die von Porsche insgesamt eine “hohe dreistellige Millionensumme” fordern. Das Klageverfahren dazu laufe. In den USA sei es allerdings nicht unüblich, dass Unternehmen einen Vergleich zahlen, ohne dass sie damit eine Schuld eingestehen wollten. Das hinge mit den Unwägbarkeiten des US-Rechts zusammen.

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