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Magazin: Gesuchter Islamist wandte sich an Ströbele

© Deutscher Bundestag / Lichtblick / Achim Melde

26.06.2011

Terrorismus Magazin: Gesuchter Islamist wandte sich an Ströbele

Berlin – Der mit internationalem Haftbefehl gesuchte Islamist Emrah E. hat sich nach dem Tod seines Bruders und zweier weiterer Islamisten aus Deutschland an den Grünenpolitiker Christian Ströbele gewandt. Wie das Nachrichtenmagazin „Focus“ berichtet, schrieb E., er habe bei dem US-Drohnenangriff am 4. Oktober 2010 einen „lauten Knall“ gehört. „Meine Augen waren voll mit Erde, da die Häuser aus Lehm waren“. Er habe die „Freunde“ zum Essen in seinen Hof eingeladen und habe zufällig den Raum verlassen. „Wir waren acht Personen.“

Zunächst habe er den „tödlich verletzten“ Shahab D. (27) gefunden, schrieb E. an den Bundestagsabgeordneten. „Ich machte ihn sauber und sah, dass sein Bein nicht mehr dran war.“ D., der den Kampfnamen Abu Askar führte, gehörte zu den Radikalen, die Ende 2009 in den Krieg gezogen waren. Das BKA nennt sie die „Hamburger Reisegruppe“. D. hatte sich der Islamischen Bewegung Usbekistans (IBU) angeschlossen und in Videos mit einem Schwert in der Hand zum Kampf gegen Ungläubige aufgerufen. Emrah E. berichtete Ströbele weiter, danach habe er seinen Bruder Bünyamin (20) „mit einem Splitter im Kopf“ gefunden.

Bei dem Angriff starben mehrere Islamisten, drei davon kamen aus Deutschland. Ströbele antwortete dem Radikalen „Focus“ zufolge, er versuche schon seit vielen Wochen, den Tod von Bünyamin E. aufzuklären. Es sei zu „befürchten, dass sie (die Bundesanwaltschaft) versuchen wird, das Verfahren einzustellen, mit der Begründung, es gebe keine Zeugen oder andere Beweise“. Zu dem Email-Verkehr, der „Focus“ vorliegt, wollte sich Ströbele auf Anfrage nicht äußern. Er habe dafür „keine Zeit“.

Emrah E., der mit Anrufen beim Bundeskriminalamt (BKA) eine Schlüsselrolle bei den Terrorwarnungen des vergangenen Herbstes spielte, ist nach „Focus“-Informationen tief in die deutsche Islamisten-Szene verstrickt. Mit dem Drahtzieher der im April ausgehobenen Düsseldorfer Terrorzelle tauschte er sich über geheime Email-Konten aus. Auch zwei kürzlich in Ulm und Bonn verhaftete Islamisten kennt Emrah E. gut.

Ein Ermittler sagte „Focus“: „Er ist kein harmloser Mitläufer, sondern ein mutmaßlicher Terrorist.“ Von Pakistan aus hat er sich inzwischen nach Afrika abgesetzt, vermutlich nach Somalia. Ein Ermittler zu „Focus“: „Wir gehen davon aus, dass E. sich dem dortigen Al-Qaida-Ableger „Al Shabaab“ angeschlossen hat.“ Sicher sei das aber nicht.

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