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Lukas Podolski bleibt gesperrt

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17.03.2012

1. FC Köln Lukas Podolski bleibt gesperrt

DFB-Sportgericht weist Einspruch trotz „offensichtlichem Irrtum“ ab.

Frankfurt/Main – Am Ende einer turbulenten Woche bleibt Lukas Podolski die Rückkehr ins sportliche Geschehen verwehrt. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wies bei der mündlichen Verhandlung in Frankfurt/Main den Einspruch des Nationalspielers gegen seine Sperre von einem Spiel nach der Roten Karte gegen Hertha BSC (1:0) am vergangenen Samstag ab.

Damit bleibt der 26-Jährige für das Spiel bei Hannover 96 am Sonntag (17.30 Uhr) gesperrt, obwohl das Gericht feststellte, dass bei der Roten Karte des 26-Jährigen im Spiel gegen Hertha BSC am vergangenen Samstag (1:0) ein „offensichtlicher Irrtum“ von Schiedsrichter Guido Winkmann vorlag.

Podolski war am vergangenen Samstag bei einer Rudelbildung von Winkmann (Kerken) in der 76. Minute mit einer Roten Karte vom Platz gestellt worden. Die Annahme, Podolski habe sich einer Tätlichkeit gegen den Berliner Lewan Kobiaschwili schuldig gemacht, konnte durch die TV-Bilder aber nicht gestützt werden. Aus diesem Grunde hatten die Rheinländer Einspruch eingelegt. Der DFB wahrte aber das Prinzip der Tatsachenentscheidung und beließ es erwartungsgemäß den Statuten entsprechend bei der Mindeststrafe von einem Spiel Sperre für einen Platzverweis.

„Das DFB-Sportgericht ist kein Reparaturbetrieb für diskussionswürdige Entscheidungen, und durch die Rote Karte entsteht eine Bindung an die Tatsachenentscheidung, die für den Spieler, den Verein, den Wettbewerb und sogar für das DFB-Sportgericht gilt“, sagte der Vorsitzende Richter Hans E. Lorenz: „Das Urteil gefällt uns selbst nicht. Wir erwarten keinen Beifall, aber wir können nicht anders entscheiden.“

Der 1. FC Köln kritisierte das Urteil in scharfer Form. „Das Urteil, die Sperre von einem Spiel gegen Lukas Podolski aufrechtzuerhalten, widerspricht nicht nur unserem Gerechtigkeitsempfinden, sondern wohl dem von ganz Fußballdeutschland“, sagte Claus Horstmann, Vorsitzender der FC-Geschäftsführung. Die Urteilsbegründung sei „sehr fragwürdig“, dem Sportgericht habe „der Mut gefehlt, die Sperre zurückzunehmen“. Die nationalen und internationalen Statuten hätten „einen Freispruch durchaus ermöglicht“, sagt Horstmann.

Der Verein nahm jedoch von weiteren juristischen Schritten zunächst Abstand. Er verzichte auf eine einstweilige Verfügung, behalte sich aber vor in die nächste Instanz zu gehen. Fest steht dennoch: In Hannover spielt Köln ohne Podolski. Schützenhilfe bekamen die Kölner durch Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Er forderte von der FIFA eine dringende Änderung. „Wenn man einen Spieler nachträglich verurteilen kann, muss man ihn auch nachträglich freisprechen können“, sagte er am Freitag auf einer Pressekonferenz in München.

Der als Zeuge geladene Schiedsrichter gab aufgrund der Fernsehbilder zu, dass der Platzverweis nicht gerechtfertigt war: „Das war natürlich keine Rote Karte.“ Die Entscheidung habe er aufgrund des Hinweises seines Assistenten Mike Pickel getroffen, der irrtümlich einen Würgegriff von Podolski gegen Hertha-Spieler Levan Kobiaschwili beobachtet haben wollte. Pickel sagte: „Ich hab‘ mich vertan.“ Podolskis Gerangel mit seinem Gegenspieler, der ihn laut dem Kölner „in den Schwitzkasten“ genommen hatte, habe allenfalls Gelb gerechtfertigt, erklärte der sichtlich angespannte Winkmann.

Damit wird Podolski wohl nur noch acht Spiele für Köln bestreiten. Denn ein Wechsel zum FC Arsenal hat sich in den vergangenen Tagen weiter verdichtet. Ein Dementi gibt es vom Kölner Publikumsliebling nicht mehr. „Ich kann das nicht zu 100 Prozent bestätigen“, sagte Podolski auf die Frage nach einem in dieser Woche vorgenommenen Medizincheck durch den FC Arsenal. „Wenn es was zu vermelden gibt oder was passiert, dann werde ich mich schon selber zu Wort melden.“ Der medizinische Check soll am Dienstag in Köln stattgefunden haben. In London sei er diese Woche definitiv nicht gewesen, betonte Podolski.

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