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Lufthansa Cargo prüft Erhalt der Frachterflotte

© dapd

31.01.2012

Nachtflugverbot Lufthansa Cargo prüft Erhalt der Frachterflotte

Einbußen von 40 Millionen Euro pro Jahr möglich.

Frankfurt/Main – Lufthansa Cargo erwägt im Fall eines dauerhaften Nachtflugverbots am Flughafen Frankfurt am Main auch eine Stilllegung der Frachterflotte. Ein mögliches langfristiges Szenario sei, sich von den 18 reinen Frachtflugzeugen zu trennen, sagte ein Unternehmenssprecher am Dienstag und bestätigte damit einen Bericht der Tageszeitung “Die Welt”. Der Sprecher betonte: “Das Szenario ist nur eines von mehreren möglichen und kein konkreter Plan.”

Lufthansa Cargo würde bei einem Flugverbot zwischen 23.00 und 5.00 Uhr in Frankfurt jährlich 40 Millionen Euro einbüßen, sagte der Sprecher. Wenn das Unternehmen sehe, dass es seinen Betrieb nicht mehr profitabel führen könne, müsse es reagieren. “Falls der Standort Frankfurt langfristig unattraktiv für uns ist, kann das durchaus Auswirkungen auf die Flotte haben”, sagte der Sprecher.

Vorstandschef Karl Ulrich Garnadt hatte in der “Welt” neben der höheren Luftverkehrssteuer, wachsender Bürokratie und der seit Jahresbeginn fälligen CO2-Abgabe für alle Fluggesellschaften in der EU vor allem das mögliche Nachtflugverbot in Frankfurt beklagt. “Unsere internationale Konkurrenzfähigkeit leidet darunter erheblich”, sagte er.

Eine Stilllegung der Frachtflugzeugflotte gefährde wiederum den Bestand von der Hälfte der derzeit rund 2.500 Arbeitsplätze von Lufthansa Cargo in Frankfurt, sagte Garnadt weiter.

Der Unternehmenssprecher wollte das auf dapd-Anfrage nicht als Drohkulisse an die Politik verstanden wissen: “Das ist einfach ein Szenario, das betrachtet werden muss. Viele Fluggesellschaften haben gar keine reine Frachterflotte.” Etwa die Hälfte der von Lufthansa Cargo abgewickelten Fracht werde von Passagierflugzeuge transportiert.

Aktuell darf in Frankfurt gemäß einer Entscheidung des Hessischen Verwaltungsgerichtshof zwischen 23.00 und 5.00 Uhr nicht geflogen werden. Das Verbot sei als Ausgleich für die stärkere Lärmbelastung der Anwohner infolge des Flughafenausbaus zu verstehen. Der Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau hatte noch 17 Nachtflüge vorgesehen, vor Eröffnung der neuen Landebahn waren es 50 pro Nacht. Lufthansa Cargo hatte für den Winterflugplan 69 Flüge in der Woche vorgesehen. Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet im März über das Verbot.

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