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Spiekeroog per Hubschrauber versorgt

© dapd

08.02.2012

Luftbrücke Spiekeroog per Hubschrauber versorgt

Zum zweiten Mal in der Geschichte Luftbrücke vom Festland eingerichtet.

Neuharlingersiel/Spiekeroog – Zum zweiten Mal in ihrer Geschichte muss die Nordsee-Insel Spiekeroog aus der Luft versorgt werden. Vom ostfriesischen Neuharlingersiel ist am Mittwoch eine Luftbrücke gestartet worden. Per Hubschrauber wurden Passagiere und Frachtgut hin- und hergeflogen. “Wir rechnen mit 13 Flügen in jede Richtung”, sagte der Geschäftsführer der Nordseebad Spiekeroog GmbH, Ansgar Ohmes, am Mittwochmorgen der Nachrichtenagentur dapd.

Grund für die Luftbrücke ist der starke Eisgang auf der Nordsee. Bereits am Dienstag wurde der Fährverkehr eingestellt. Per Flugzeug ist Spiekeroog nicht zu erreichen, weil es als einzige der sieben ostfriesischen Inseln keinen Flugplatz hat.

Viele Urlauber konnten die Insel nicht mehr verlassen. Zahlreiche Insulaner, die Erledigungen auf dem Festland machten, saßen ebenfalls fest. Auch wurden Medikamente und Lebensmittel auf Spiekeroog knapp. Gemeindeverwaltung und die für die Schifffahrt zuständige Nordseebad GmbH engagierten daher ein Helikopter-Unternehmen aus Emden. Schon im Winter 1996/97 mussten die Bewohner der Insel per Hubschrauber versorgt werden.

Einer der ersten Passagiere auf dem 70 Euro teuren Luftweg von Neuharlingersiel nach Spiekeroog war Diana Eichhorn. Die 31-jährige Insulanerin musste unfreiwillig zwei Tage und Nächte auf dem Festland verbringen. “Zum Glück konnte ich bei Bekannten übernachten”, sagte sie der dapd. Ähnlich erging es Ricardo Rieche. “Ich musste eine Nacht im Hotel verbringen”, sagte der 23-jährige Restaurantleiter. Verärgert war er darüber aber nicht. “Das ist halt so. Das ist höhere Gewalt”, fügte er an.

Weg von der Insel wollte Tobias Wiesenthal aus Bremen. Er hatte gemeinsam mit seiner Freundin einen Kurzurlaub auf Spiekeroog gemacht. “So dauerte der Urlaub einen Tag länger als gewollt. Es lässt sich nicht ändern”, sagte er nach seiner Rückkehr per Hubschrauber auf das Festland. Sorgen machte er sich nur um sein Gepäck. Das musste wegen der geringen Ladekapazität des Hubschraubers zurückbleiben, es soll per Kurier nachgeschickt werden.

62 Passagier-Anmeldungen für Flüge von der Insel und 29 vom Festland lagen der Nordseebad GmbH vor. Die Flüge sollten bis zum Nachmittag dauern und am Freitag fortgesetzt werden. “Ab Sonntag rechnen wir mit einer Wetteränderung und hoffen, dass dann auch die Fähren wieder fahren”, sagte Nordseebad-Geschäftsführer Ohmes.

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