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Lotto im Internet wieder möglich

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01.03.2012

Glücksspiel Lotto im Internet wieder möglich

Schleswig-Holsteins Alleingang beim Glücksspiel bildet Grundlage.

Kiel – Neue Ära für das Internet-Glücksspiel in Deutschland: Seit Donnerstag kann das Kieler Innenministerium Lizenzen an Wett- und Glücksspielanbieter erteilen. Grundlage ist Schleswig-Holsteins umstrittenes Glücksspielgesetz. Bislang haben sechs private Sportwetten-Anbieter und ein Betreiber von Online-Casinospielen Anträge für Lizenzen gestellt, sagte ein Ministeriumssprecher am Donnerstag in Kiel. Außerdem habe ein Dutzend Lotto-Vermittler angezeigt, ihre Geschäfte im Norden aufnehmen zu wollen.

Wann die Lizenzen tatsächlich erteilt werden, stehe noch nicht fest, sagte der Sprecher. Dies hänge von der Qualität der einzelnen Anträge ab.

Das Lotto-Unternehmen Faber wollte bereits ab Donnerstagabend (19.00 Uhr) auf Grundlage des schleswig-holsteinischen Glücksspielgesetzes wieder Lotto im Internet anbieten. Das Angebot richtet sich aber vorerst an Bürger mit Wohnsitz im Norden. „Wir hoffen, dass auch in den übrigen Bundesländern bald wieder eine gesetzliche Grundlage für die Online-Vermittlung geschaffen wird“, sagte Unternehmer Norman Faber am Donnerstag.

Die Spieltipps werden an die staatliche Lottogesellschaft NordwestLotto vermittelt. Sein Unternehmen gehe davon aus, dass seit der Öffnung der Online-Vermittlung im Norden die Verbote der Vermittlung in den anderen Ländern europarechtlich nicht mehr anwendbar sind, sagte Faber. „Die anderen Bundesländer sollten den Weg Schleswig-Holsteins als Beispiel für eine gelungene Lösung sehen.“

Umstrittener Alleingang des Landes

Im September 2011 hatte der Kieler Landtag mit den Stimmen von CDU und FDP das umstrittene Glücksspielgesetz des Landes beschlossen. Es gilt bereits seit dem 1. Januar, Lizenzen dürfen aber erst seit Donnerstag vergeben werden. Privat-Unternehmen dürfen im Norden Sportwetten, Online-Poker und Casino-Spiele anbieten. Die Opposition im Land kritisierte den Alleingang scharf, Schwarz-Gelb mache das Land zum „Las Vegas des Nordens“.

Gelockert wurden im Norden auch die Regelungen für die Werbung für Glücksspiele. Das Glücksspielgesetz geht bei der Liberalisierung des Marktes wesentlich weiter als der Glücksspielstaatsvertrag der übrigen 15 Bundesländer. Diesen lehnt das Land wegen europarechtlicher Bedenken ab. Er sieht die Vergabe von nicht mehr als 20 Lizenzen und eine Besteuerung des Umsatzes in Höhe von fünf Prozent vor. Außerdem erlaubt er Online-Poker nicht.

CDU und FDP in Schleswig-Holstein erhoffen sich Mehreinnahmen für den Haushalt des mit 27 Milliarden Euro verschuldeten Landes. CDU-Fraktionsvize Hans-Jörn Arp, einer der Köpfe des Alleingangs, bezifferte die zu erwartenden Einnahmen Ende 2011 auf bis zu 65 Millionen Euro. Außerdem erwartet er bis zu 2.000 zusätzliche Arbeitsplätze.

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