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Lolita Briegers mutmaßlicher Mörder schweigt

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06.03.2012

Prozessauftakt Lolita Briegers mutmaßlicher Mörder schweigt

Kurzer Prozessauftakt 30 Jahre nach der Tat – Gericht vertagt sich nach wenigen Minuten.

Trier – Drei Jahrzehnte Jahre nach der Tat schweigt der mutmaßliche Mörder der Lolita Brieger im Prozess. Der 50-Jährige werde während des gesamten Verfahrens keine Angaben zur Sache machen, kündigte sein Anwalt am Dienstag beim Prozessauftakt vor dem Trierer Landgericht an. Der Landwirt aus der Vulkaneifel soll die im November 1982 verschwundene 18 Jahre alte Lolita Brieger ermordet und wenige Tage später auf einer Mülldeponie in ihrem Heimatort Frauenkron (Nordrhein-Westfalen) vergraben haben.

Die junge Frau war schwanger, offenbar vom Angeklagten, mit dem sie damals liiert war. Da der Vater vehement gegen die Beziehung zwischen seinem Sohn und Lolita Brieger war, kam es wiederholt zu heftigen Auseinandersetzungen. Diese sollen schließlich zur Ermordung der jungen Frau geführt haben.

Fast 29 Jahre fehlte von Lolita Brieger jede Spur, bis sich im vergangenen Herbst nach der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ ein Zeuge meldete, der die Ermittler zum Fundort der Leiche führte. Er gab an, dem Angeklagten seinerzeit dabei geholfen zu haben, den toten Körper Briegers verschwinden zu lassen.

Für die Ermittler gibt es keine Anhaltspunkte, dass der Zeuge auch in die Tat selbst verwickelt war oder diese beobachtet hat, sagte Staatsanwalt Eric Samel am Dienstag der Nachrichtenagentur dapd. Der Anwalt des Angeklagten, Heinz Neuhaus, erklärte im Anschluss an die Verhandlung, sein Mandant sei „unschuldig im Sinne der Anklage“. Die Staatsanwaltschaft müsse die Mordmerkmale nachweisen. Neuhaus deutete an, dass aus seiner Sicht ein Totschlagsdelikt vorliegt. Das wäre allerdings verjährt. Auf die Frage, ob sein Mandant denn ein Tötungsdelikt eingeräumt habe, sagte der Anwalt: „Er schweigt“.

Die älteste Schwester von Lolita Brieger sagte nach dem ersten Verhandlungstag: „Ich hoffe, er bekommt seine gerechte Strafe“. In ihrer Familie habe man über all die Jahrzehnte hinweg vermutet, dass der Angeklagte die Schwester ermordet habe. Allerdings habe man nie Beweise dafür gehabt. Lolita Briegers Mutter sowie eine weitere Schwester treten im Prozess als Nebenklägerinnen auf. Da der psychiatrische Gutachter am ersten Verhandlungstag nicht anwesend sein konnte, vertagte sich das Gericht schon nach wenigen Minuten.

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