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Lieber über Torflaute diskutieren als über den Trainer

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10.03.2012

1. FC Kaiserslautern Lieber über Torflaute diskutieren als über den Trainer

Klubchef Kuntz beendet nach 0:0 in Stuttgart Diskussionen um Marco Kurz.

Stuttgart – Kurz vor Mitternacht wurde im Bauch der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena das Mittel gegen die Torarmut des 1. FC Kaiserslautern gefunden. Der starke Torhüter Tobias Sippel sollte doch einfach im Training öfters mal ein paar Bälle seiner Mitspieler passieren lassen. Sippel grinste nur kurz, als er den Vorschlag hörte, entgegnete dann aber doch mit ernster Miene: „Auch ich muss mir doch Selbstvertrauen holen.“

Das braucht er auch angesichts der großen Schwäche seiner Teamkollegen. Nicht Trainer Marco Kurz war nach dem 0:0 beim VfB Stuttgart das große Thema beim Tabellenletzten gewesen. Dass der gebürtige Stuttgarter Trainer bleibt, bestätigte Klubchef Stefan Kuntz denn auch nur kurz. „Und falls sich daran irgendwas ändern sollte, sagen wir Bescheid. Ich würde aber nicht darauf warten.“

Diskutiert wurde ausgiebig über die Abschlussschwäche des Tabellenletzten. Daran muss Kurz arbeiten, soll der Klassenverbleib noch gelingen. Die Pfälzer bringen den Ball einfach nicht über die Linie. Nur 16 Treffer sind ihnen in dieser Saison bislang gelungen. Zum Vergleich: Der VfB hat allein in der Rückrunde 18-mal getroffen.

Nur die Defensive lässt die Hoffnung leben

Warum sich Kaiserslautern so schwertut mit Torerfolgen, ist einmal mehr am Freitagabend deutlich geworden. Die Mannschaft meidet den gegnerischen Strafraum, als stünden dort Schilder mit „Betreten verboten“. Seit 15 Spielen wartet die Mannschaft auf einen Sieg in der Beletage des deutschen Fußballs. Im Spiel nach vorne, sagte Kurz, „müssen wir entschlossener werden, frecher.“

In Stuttgart hätte Florian Dick in der Nachspielzeit immerhin zum Heilsbringer werden können. Sein Gewaltschuss ging nur wenige Zentimeter am linken Pfosten von VfB-Torhüter Sven Ulreich vorbei. Es war die einzige nennenswerte Gelegenheit der Lauterer im gesamten Spiel. Kurz sprach hinterher dann auch nur angesichts einer soliden Defensivleistung von einem „guten Spiel“ seiner Mannschaft. Und darüber, wie mühsam es ist, verloren gegangenes Selbstvertrauen wieder aufzubauen. „Wir müssen uns im Moment jeden Millimeter für ein Erfolgserlebnis erarbeiten.“

Bis zum ersten Torschuss der Gäste vergingen in Stuttgart 56 Minuten. Kapitän Christian Tiffert traf dann zumindest das Außennetz. „In der Offensive fehlt uns der Mut und ein wenig auch die Qualität“, stellte der Ex-Stuttgarter nach dem Spiel ernüchtert fest. Der Mittelfeldspieler gab zu, dass es nach einer solch langen Phase ohne Sieg schwierig ist, „den Kopf dennoch weiter oben zu behalten“, wie er sagte. Zuversicht zieht auch er aus der starken Defensive: „Das spielen wir richtig gut.“

Den Trainer sieht er nicht im Zentrum der Debatte. „Wir haben einen Plan. Doch die Mannschaft muss jetzt endlich damit beginnen, ihn umzusetzen.“ Auch Tobias Sippel kann nicht verstehen, warum über die Zukunft von Kurz überhaupt diskutiert worden ist. „Man sieht doch, mit welcher Leidenschaft und Engagement er jeden Tag arbeitet und wir als Einheit auftreten.“ Auch Dick ist davon überzeugt, dass „wir mit dem Trainer den Klassenverbleib schaffen.“

Labbadia wünscht FCK den Klassenverbleib

Noch strahlen sie Zuversicht und Ruhe aus beim 1. FC Kaiserslautern. „Wenn wir das Ding erst am 34. Spieltag zu unseren Gunsten entscheiden, dann habe ich damit überhaupt kein Problem“, sagte der 42 Jahre alte Kurz nach außen gelassen.

Sein Pendant aufseiten des VfB Stuttgart, Bruno Labbadia, wird den weiteren Verlauf ganz genau verfolgen. Als Stürmer feierte er mit dem FCK Meisterschaft und Pokalsieg. „Ich wünsche mir natürlich, dass Kaiserslautern drinbleibt.“ Er selbst war nach dem 0:0 nicht unzufrieden. „Uns hat heute im Abschluss das Quäntchen Glück gefehlt“, sagte der Fußballlehrer, „aber das wird uns nicht umhauen.“ In Kaiserslautern sehen sie das mit dem Glück ein wenig anders – sie brauchen jedes Tor.

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