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26.08.2011

Libysche Übergangsregierung will Gaddafi-Anhänger integrieren

Tripolis – Der stellvertretende Chef der libyschen Übergangsregierung, Ali Tarhouni, hat sich dafür ausgesprochen, Anhänger des Regimes von Muammar al-Gaddafi in den künftigen Staat zu integrieren. „Wir werden 90 Prozent der Polizisten behalten. Verhandlungen darüber laufen schon“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“ und dem „Tagesspiegel“ in Tripolis.

Um die Fehler zu vermeiden, die nach dem Machtwechsel im Irak gemacht wurden, würden nur jene Sicherheitskräfte entlassen, die „Blut an den Händen“ hätten. Zudem ergänzte Tarhouni: „Wir werden allen Rebellenkämpfern anbieten, in die Polizei oder die Armee einzutreten.“

Die Aussichten für den gestürzten Diktator bewertet Tarhouni schlecht: „Kein Land wird Gaddafi Exil gewähren. Auch bei Algerien bezweifele ich das.“ Das vom Regime im Ausland gelagerte Geld verlangt Tarhouni für die neue Regierung: „Dieses Geld gehört uns. Es gibt keinen Grund mehr, das Vermögen einzufrieren.“

Versöhnlich äußerte er sich hingegen zur deutschen Regierung. Obwohl sich Berlin nicht an dem Nato-Einsatz beteilige, sei er nicht enttäuscht: „Enttäuschung ist ein persönliches Gefühl. Gefühle haben zwischen Nationen keinen Platz“, sagte Tarhouni und ergänzte: „Die Deutschen haben das getan, was sie damals für richtig hielten, und sie haben sich später etwas korrigiert. Das Ganze ist erledigt.“

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© dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

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