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Katja Riemann versteht den Wirbel nicht

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21.03.2013

NDR-Interview Katja Riemann versteht den Wirbel nicht

Sender weist Vorwurf nicht eingehaltener Absprachen zurück.

Berlin/Hamburg – Nach dem viel diskutierten Interview in der NDR-Sendung „Das!“ hat sich die Schauspielerin Katja Riemann überrascht von den heftigen Reaktionen gezeigt und zugleich den Moderator kritisiert. „Am Donnerstag vergangener Woche hat sich offensichtlich ein Phänomen ereignet. Ich versuche bislang, es zu begreifen… vergebens“, schrieb die 49-Jährige über das TV-Gespräch auf ihrer Homepage. Das sehr zähe Interview hatte sich zu einem Internethit entwickelt, das bereits über eine Million Mal bei Youtube angeklickt wurde und zigfach – oft sehr kritisch – kommentiert worden war.

Die Schauspielerin räumte einerseits ein: „Ich habe wahrhaft bessere Interviews gegeben!“, andererseits gab sie Moderator Hinnerk Baumgarten eine Mitschuld an dem Verlauf des Gesprächs. „It needs two to Tango, das ist klar“, schrieb Riemann. Es sei „eine traurige Sache, wenn Verabredungen während einer Sendung nicht eingehalten werden, aber davon muss man wohl ausgehen, wenn man sich im öffentlichen Feld bewegt“.

Baumgarten griff sie auch direkt an: „Es ist irre lustig, wenn ein Moderator zwischen den Gesprächen sich in der Kamera spiegelt und laut äußert, wie geil er aussieht…“ Die Reaktionen auf das Gespräch nannte Riemann einen „virtuellen Wirbelsturm“, unter dem sowohl ihre Facebook-Seite als auch ihre Homepage zusammengebrochen seien.

Der NDR wies ihre Kritik an nicht eingehaltenen Absprachen zurück. Es habe vor der Sendung „keinerlei Vorgaben von Katja Riemanns Seite“ gegeben, sagte der Abteilungsleiter Vorabendmagazine Fernsehen, Thomas Kühn. Den Vorwurf könne man „daher überhaupt nicht verstehen“, betonte er. Wie bei „Das!“ üblich, habe es auch mit Riemann Vorgespräche gegeben.

Baumgarten selbst wollte sich zu Riemanns Kritik am Donnerstag nicht äußern. Er habe zu dem Thema nichts Neues zu sagen. Auch liege ihm nichts daran, sich im Nachhinein negativ zu äußern, hieß es beim NDR. Riemann sei in der „Das!“-Redaktion zudem nach wie vor herzlich willkommen.

Die Schauspielerin führte in ihrem offenen Brief weiter aus, dass sie ihren Beruf liebe und gern über ihre Arbeit spreche. Wahr sei aber auch, „dass das Reden über meine Person, oder Personen in meinem nahesten Kreis, mir schwer fällt“. Der NDR hatte einen Einspielfilm aus ihrem Heimatort gezeigt, in dem unter anderem auch eine frühere Lehrerin von Riemann zu Wort kam.

Mit Blick auf den Wirbel um das Interview fragte Riemann: „Kann es sein, dass die schiere Existenz einer Person polarisiert? Sind schlechte Nachrichten die besseren Nachrichten? Gibt es Verhaltenskodexe in öffentlichen Formaten, die mit der Abwesenheit von Wahrhaftigkeit zu tun haben? Wo bleibt der Humor inmitten von Sattheit?“ Sie werde weiterhin ihren Beruf „nach bestem Wissen und Gewissen“ ausüben, betonte sie.

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