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Griechenland-Gespräche vor baldigem Abschluss

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01.02.2012

IWF-Delegation Griechenland-Gespräche vor baldigem Abschluss

Lohnkosten sollen sinken.

Athen – Die Gespräche über das nächste Rettungspaket Griechenlands stehen offenbar unmittelbar vor ihrem Abschluss. Mit seinen privaten Gläubigern verhandelt die griechische Regierung über eine Umschuldung und mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der EU über weitere Kredite in Höhe von 130 Milliarden Euro. Sollten die Gespräche erfolgreich sein, wäre eine für März drohende Pleite erneut abgewendet.

“Die Vereinbarungen sollten in den kommenden Tagen abgeschlossen werden”, sagte Regierungssprecher Pantelis Kapis am Mittwoch. Auch der Leiter der IWF-Delegation in Athen, Poul Mathias Thomsen, ließ verlauten, eine Einigung stehe kurz bevor. “Es ist eine Sache von Tagen”, sagte er der Athener Tageszeitung “Kathimerini”. Allerdings müsse Griechenland die Lohnkosten, also auch den Mindestlohn, senken, um die Wirtschaft wettbewerbsfähiger zu machen, sagte er. Die Löhne in Griechenland seien zu hoch und der Mindestlohn sollte auf 750 Euro brutto gesenkt werden.

Am (morgigen) Donnerstag sollten die griechischen Gewerkschaften und die Arbeitgeber die Verhandlungen über Lohnsenkungen wieder aufnehmen. Beide Seiten sind sich allerdings bereits darüber einig, dass der Mindestlohn und das Grundgehalt in der privaten Wirtschaft nicht angetastet werden sollten, weil Senkungen die Rezession nur verstärken würden.

Nach Angaben der europäischen Statistikbehörde Eurostat vom Dienstag lag die Arbeitslosenquote in Griechenland im Dezember bei 19,2 Prozent. In der Eurozone hat nur Spanien mit 22,9 Prozent eine höhere Arbeitslosenquote.

Der Vorsitzende der Sammlungsbewegung des Orthodoxen Volkes (LAOS), Giorgos Karatzaferis, schickte am Mittwoch einen Brief an die EU-Spitzen und rief das Europäische Parlament auf, zu den Vereinbarungen über die griechischen Schulden Stellung zu nehmen. Darin beschrieb er den derzeitigen Mechanismus zur Kontrolle Griechenlands als Wirtschaftsdiktatur. Karatzaferis schrieb: “Reformen können nicht mit vorgehaltener Waffe umgesetzt werden, insbesondere wenn sie die Beteiligung komplexer Strukturen einer ganzen Gesellschaft benötigen.”

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