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Lederer warnt vor hektischer Personaldebatte

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11.04.2012

Linke Lederer warnt vor hektischer Personaldebatte

„Wir müssen zunächst gemeinsam die bevorstehenden Landtagswahlen durchkämpfen“.

Berlin – Nach dem überraschenden Rücktritt von Linkspartei-Chefin Gesine Lötzsch warnt der Berliner Landesvorsitzende Klaus Lederer die Partei vor hektischen Personaldebatten. „Wir müssen zunächst gemeinsam die bevorstehenden Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen durchkämpfen“, sagte Lederer am Mittwoch im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd. In beiden Fällen muss die Linke um den Wiedereinzug ins Parlament bangen.

„Wir tun gut daran, uns jetzt der Politik zuzuwenden“, betonte Lederer. Erst nach den Wahlen sollten Parteivorstand und Landesverbände eine Lösung für die Personalfrage suchen, die auf dem Bundesparteitag Anfang Juni in Göttingen entschieden werden soll.

Lederer hält es nicht für notwendig, das Delegiertentreffen vorzuziehen. „Wir haben mit Klaus Ernst einen gewählten Vorsitzenden und einen arbeitsfähigen Vorstand“, sagte er. Deshalb gebe es keinen Grund für „hektische Reaktionen“. Ernst gilt insbesondere beim Reformflügel in den ostdeutschen Landesverbänden, zu dem Lederer gerechnet wird, als umstritten.

Zeitdruck ist kein Argument

Auch der Zeitdruck bei der Neuaufstellung der Parteispitze ist nach Darstellung Lederers kein Argument für Personaldebatten „zum jetzigen Zeitpunkt“. Zwischen der Wahl in Nordrhein-Westfalen und dem Parteitag liegen nur wenige Wochen. Lederer hatte im Herbst vergangenen Jahres vorgeschlagen, den Parteitag vor die Wahl in Schleswig-Holstein zu legen, und konnte sich nicht durchsetzen. Jetzt müsse man mit der getroffenen Entscheidung leben.

Lederer wollte sich auch nicht zu einem möglichen Comeback von Ex-Parteichef Oskar Lafontaine oder den Chancen einer Kandidatur von dessen Lebensgefährtin Sahra Wagenknecht äußern.

Lötzsch, die zugleich Berliner Bundestagsabgeordnete ist, hatte am späten Dienstagabend ihren Rücktritt verkündet und die Entscheidung mit der Erkrankung ihres Mannes begründet. Sie führte die Partei seit 2010 und hatte trotz innerparteilicher Kritik noch vor wenigen Monaten angekündigt, auf dem Parteitag im Juni erneut für den Vorsitz kandidieren zu wollen. Lederer zollte der Entscheidung Lötzschs zum Rückzug „großen Respekt“.

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