Nachrichten und Schlagzeilen aus aller Welt - Wirtschaft - newsburger.de

Bio-Produkte in Deutschland zunehmend gefragt

© dapd

12.02.2013

Lebensmittel Bio-Produkte in Deutschland zunehmend gefragt

Anbaufläche und Zahl der Bio-Höfe noch immer nicht ausreichend.

Nürnberg – Bio-Produkte sind in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. Im Vergleich zum Vorjahr wuchs der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln 2012 um sechs Prozent auf 7,04 Milliarden Euro, wie der Geschäftsführer des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Alexander Gerber, am Dienstag vor der Messe Biofach in Nürnberg mitteilte. Der Anteil der Öko-Ware am gesamten Lebensmittelmarkt in Deutschland habe sich damit von 3,7 auf 3,9 Prozent erhöht.

Etwa die Hälfte des Umsatzanstiegs wurde laut Gerber durch höhere Preise erzielt, die andere Hälfte durch Mengenwachstum. Am Umsatzplus hätten alle Verkaufsstätten Anteil gehabt: 50 Prozent des Bio-Umsatzes entfielen auf den Lebensmitteleinzelhandel, 31 Prozent auf den Naturkostfachhandel und 18 Prozent auf sonstige Läden.

Erfreulich entwickelten sich laut Gerber auch die Zahl der Bio-Betriebe und die Anbaufläche: Aktuellen Schätzungen zufolge wuchs die ökologisch bewirtschaftete Fläche von 2011 bis 2012 um 27.902 auf 1,04 Millionen Hektar und die Zahl der Bio-Betriebe von 22.506 auf 23.096. „Das ist aber immer noch zu wenig“, sagte er.

Nach Auffassung des BÖLW-Vorstandsvorsitzenden Felix Prinz zu Löwenstein sind Verbraucher und Landwirte bei der Umstellung auf Öko schon weiter als die Politik. „Sie tut viel zu wenig“, kritisierte er und regte beispielsweise an, dass jedes Bundesland nach dem Beispiel Bayerns ein Programm zur Entwicklung des ökologischen Anbaus einführt.

Für 2013 geht die Branche von einem weiteren Wachstum aus. „Die Nachfrage ist da, sie muss nur bedient werden“, sagte Gerber. Das Potenzial sei bei weitem noch nicht ausgeschöpft, so dass für dieses Jahr mit einem ähnlich starken Marktwachstum wie 2012 gerechnet werde.

Weltweit liegt Deutschland – nach Zahlen des Forschungsinstituts für Biolandbau (FibL) aus 2011 – hinter den USA mit deutlichem Abstand auf Platz zwei der größten Märkte für Bioprodukte. Bezogen auf die Biolandwirtschaftsfläche belegt Deutschland Platz acht hinter Australien, Argentinien, den USA, China, Spanien, Italien und Indien.

Auf der Biofach als weltweit größter Fachmesse für Bioprodukte und der angeschlossenen Messe für Biokosmetik, Vivaness, zeigen vom 13. bis 16. Februar 2.396 Aussteller (Vorjahr 2.420) aus 86 Ländern rund 100.000 Produkte. Im Vorjahr kamen 40.315 Besucher nach Nürnberg. Land des Jahres ist Rumänien.

Neu auf der Biofach ist die Konzentration auf Lebensmittel. Der Textil-Bereich ist erstmals nicht mehr vertreten. Nach den Worten von Claus Rättich, Mitglied der Geschäftsleitung der NürnbergMesse, passt Öko-Kleidung nicht mehr ins Konzept der Ausstellung. Als weiteres Messe-Novum kündigte er die „Erlebniswelt Käse“ an, auf der rund 200 Käsesorten gekostet werden können.

Weitere interessante Artikel

Unterstützen durch teilen: Sie können unsere Arbeit ganz einfach unterstützen indem Sie diesen Artikel auf einer der folgenden Social Media Plattformen teilen. Jeder geteilte Artikel hilft uns. Dankeschön!
Google+ Xing

© dapd / newsburger.de

URL zum Artikel: newsburger.de/lebensmittel-bio-produkte-in-deutschland-zunehmend-gefragt-60043.html

Weitere Nachrichten

Elektroauto an einer Strom-Tankstelle

© über dts Nachrichtenagentur

China Gabriel lässt sich Entschärfung von E-Autoquoten versichern

China hat Deutschland zum Besuch von Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) die Entschärfung der geplanten Zwangsquoten für den Absatz von Elektroautos ...

Container

© über dts Nachrichtenagentur

G7-Gipfel BDI-Präsident erwartet „klares Signal“ für Freihandel

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, erwartet vom anstehenden G7-Gipfel auf Sizilien ein "klares Signal" für ...

Straßenfeger Arbeiter Landshut

© Mattes / gemeinfrei

Flüchtlinge Bisher nur 21.700 Ein-Euro-Jobs besetzt

Das seit September 2016 laufende Programm 100.000 Ein-Euro-Jobs für Flüchtlinge bleibt weit hinter den Erwartungen zurück. Bis Ende April wurden nur knapp ...

Weitere Schlagzeilen