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Lebenslange Haftstrafe für Mord an Ex-Freundin

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15.03.2012

Heidelberg Lebenslange Haftstrafe für Mord an Ex-Freundin

Frau mit mehreren Messerstichen getötet – Verteidigung will in Revision gehen.

Heidelberg – Er stach mit einem Fleischmesser auf seine Ex-Freundin ein: Für den Mord an der 39-Jährigen ist ein Mann aus Heidelberg am Donnerstag zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der 42 Jahre alte Angeklagte die Frau mit einem mitgebrachten Messer ermordet hat. Es folgte der Forderung der Staatsanwaltschaft, die eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes gefordert hatte.

Die Verteidigung hatte auf Totschlag im Affekt plädiert und höchstens zehn Jahre Haft beantragt. Der Angeklagte hatte im Prozess stets beteuert, es habe sich bei der Tat um ein Versehen gehandelt. Die Frau hatte ihm kurz vor der Tat den Laufpass gegeben, weil er im Verlauf der mehrere Monate dauernden Beziehung immer misstrauischer und eifersüchtiger wurde.

Am 30. Mai 2011 kletterte der Mann nachts über ein Baugerüst in das Zimmer der Frau, die im Wohnheim einer privaten Hochschule lebte. Als sie ihn entdeckte, entwickelte sich ein Kampf. Dabei zog der Mann das Messer und stach mehrfach auf seine Ex-Freundin ein. Er habe das Messer bei sich gehabt, weil er Angst vor dem neuen Freund der Frau gehabt habe, gab der Mann später zu Protokoll.

Die Tat sei kein Versehen gewesen, sagte der Vorsitzende Richter bei der Urteilsbegründung. Allein die Anzahl der mit Wucht geführten Messerstiche spreche dagegen. „Er wollte sie endgültig töten, was ihm auch gelang“, betonte der Richter. Die tote Frau war mehrere Stunden nach der Tat von ihrer neunjährigen Tochter entdeckt worden.

Der Angeklagte hatte in einer Erklärung zu Beginn des Verfahrens auf das Scheitern diverser Liebesbeziehungen während der vergangenen Jahre hingewiesen. Das seien schmerzvolle Erfahrungen gewesen. Nach Auffassung des Gerichts hatte er auch die Trennung in Heidelberg als Kränkung empfunden.

„Die Liebesgefühle waren in Hassgefühle umgeschlagen“, sagte der Vorsitzende Richter. So habe der Mann in den Tagen vor der Tat versucht, die Frau vor Freunden und seiner Familie zu diskreditieren. Es sei ihm nur darum gegangen, ihr zu schaden. Auch wenn der Mann vor der Tat Alkohol getrunken habe, sei seine Steuerungsfähigkeit nicht erheblich gestört gewesen.

Der Anwalt des 42-Jährigen kündigte nach der Urteilsverkündung an, in Revision zu gehen.

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