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01.04.2010

Lea: Jugendamt räumt Fehler durch versäumten Hausbesuch ein

Tirschenreuth – Nach dem Tod der kleinen Lea aus dem bayrischen Landkreis Tirschenreuth hat das zuständige Jugendamt Fehler wegen eines versäumten Hausbesuchs eingeräumt, eine Mitschuld jedoch abgestritten. „Der Hausbesuch hätte gemacht werden müssen“, sagte Amtsleiter Albert Müller am Donnerstag in Weiden. Ob der Tod des zweijährigen Mädchens dadurch hätte verhindert werden können, sei rückblickend jedoch nicht mehr zu beantworten.

Noch zwei Wochen vor Leas Tod gab es laut Müller regelmäßigen Kontakt mit ihrem Vater, wobei nichts aufgefallen sei. Auch habe es keine Anhaltspunkte gegeben, dass Leas Mutter überlastet gewesen sei. Daher könne kein Kausalzusammenhang zwischen dem unterlassenen Hausbesuch und dem Tod des Kindes hergeleitet werden, sagte Landrat Wolfgang Lippert. Lea war am vergangenen Samstag von einem Notarzt tot in einer Wohnung entdeckt worden. Der Staatsanwaltschaft zufolge starb das Kind an einer Kombination aus Nahrungs- und Flüssigkeitsmangel sowie akuten Krankheitsfolgen. Leas alleinerziehende Mutter wurde am Sonntag festgenommen. Der 21-Jährigen wird Totschlag durch Unterlassen vorgeworfen, weil sie dem Mädchen ärztliche Hilfe vorenthalten haben soll.

Das Jugendamt hatte nach eigenen Angaben vor etwa einem halben Jahr einen telefonischen Hinweis erhalten, dass die beiden Kinder der jungen Frau nicht mehr so häufig im Garten zu sehen seien. Die zuständige Fachkraft habe diese Beobachtung jedoch nicht als akute Gefährdung des Kindes gewertet und daher auf den Hausbesuch verzichtet, wie Jugendamtsleiter Müller sagte.

Indizien sprächen dafür, dass das Kind 14 Tage vor seinem Tod noch gesund gewesen sei, hob der Amtsleiter weiter hervor. „Das muss eine kurzfristige Entwicklung gewesen sein“, sagte Müller. Er zeigte sich „zutiefst bestürzt und betroffen“: „Ich wünschte, man könnte die Zeit zurückdrehen.“ Landrat Lippert sagte, dass durch Leas Tod nicht nur das Jugendamt, sondern auch der Landkreis Tirschenreuth immensen Schaden erlitten habe. Er schloss dienstrechtliche Konsequenzen nicht aus. Vorwürfe, er sei zu spät aus seinem Skiurlaub zurückgekehrt, wies der Landrat zurück.

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