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Karl Lauterbach

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09.07.2015

Lauterbach Verhalten deutscher Pharmakonzerne in Griechenland „unethisch“

„Die Pharmafirmen fahren zum Teil Gewinne von 15 bis 20 Prozent ein.“

Berlin – Angesichts erster Versorgungsengpässe mit Medikamenten in Griechenland hat der stellvertretende SPD-Fraktionschef Karl Lauterbach die deutschen Pharmakonzerne scharf kritisiert. Er halte es für „unethisch“, wegen ausstehender Zahlungsverpflichtungen des Landes die Lieferung von Medikamenten einzuschränken, wie dies einige Firmen getan hätten, sagte Lauterbach im Interview des „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Donnerstagausgabe).

„Die Pharmafirmen fahren zum Teil Gewinne von 15 bis 20 Prozent ein. Da sollte ein Zahlungsengpass zu überbrücken sein“, sagte der Abgeordnete: „Man kann einem kleinen Land nicht kurzfristig die Arzneimittelversorgung kappen, nur weil das Geld knapp ist.“

Um der Krise im griechischen Gesundheitswesen entgegenzuwirken, wird sich die Koalition nach Angaben Lauterbachs um eine konzertierte Aktion von Arzneiherstellern und Krankenkassen bemühen. Präparate für schwerstkranke Patienten mit Herz-Kreislauf-Leiden und Krebserkrankungen würden bereits knapp, warnte der SPD-Politiker: „Jetzt muss humanitär geholfen werden, und zwar im Eiltempo. Die Lager ist prekär“, sagte Lauterbach.

Er forderte, preiswerte Arzneimittel zu deutschen Einkaufspreisen auf den griechischen Markt zu bringen. Weil das Geschäft in Griechenland von Originalpräparaten dominiert würde, sei die Arzneimittelversorgung dort wesentlich teurer als hierzulande.

Mit einer deutlichen Preissenkung könnte Deutschland „als starker Pharmastandort mit einer extrem starken Generikaindustrie“ bei der Notfallversorgung ein Beispiel setzen: „Das würde auch der politischen Diskussion in der Eurozone etwas Schärfe nehmen“, sagte der SPD-Fraktionsvize.

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