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Philipp Lahm Deutsche Nationalmannschaft

© Pressefoto Ulmer, über dts Nachrichtenagentur

20.09.2013

Lahm Doping im Fußball wahrscheinlich

„Ich bin ja nicht naiv.“

München – Philipp Lahm, Kapitän des FC Bayern München und der deutschen Nationalmannschaft, hält Doping im Fußball für wahrscheinlich. „Ich bin ja nicht naiv. Es hat auch im Fußball schon vereinzelte Dopingfälle gegeben, und es kann immer wieder welche geben“, sagte Lahm in einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin „Der Spiegel“.

Dennoch sieht der 29-Jährige einen „großen Unterschied“ zu Spezialsportarten wie dem 100-Meter-Lauf oder Ausdauer-Sportarten wie dem Radsport, die seiner Meinung nach „ja schon fast unter Generalverdacht“ stünden: „Fußball ist komplex, es gehören fundamentale Eigenschaften wie Spielverständnis oder Technik dazu, die man nicht mit unerlaubten Medikamenten fördern oder verbessern kann.“

Was ihn beruhige, sei die Tatsache, „dass man auf höchstem Niveau erfolgreich Fußball spielen kann, ohne zu dopen. Ich habe im vorigen Jahr mit dem FC Bayern die Champions League gewonnen.“ Der Münchener Defensiv-Allrounder ist nach eigenen Angaben in der vergangenen Saison, als der FC Bayern das Triple gewann, sechsmal zu Dopingkontrollen gebeten worden. Zwei dieser Tests waren unangekündigt, die Kontrolleure waren bei dem Fußballprofi zu Hause aufgetaucht.

Lahm spricht in dem Interview auch ausführlich über seine Meldepflicht gegenüber der Nationalen Anti-Doping Agentur, die er zur ständigen Erreichbarkeit für Dopingkontrollen stets drei Monate im Voraus darüber informieren muss, wo er sich gerade aufhält: „Es ist nicht immer einfach, wenn Sie praktisch rund um die Uhr verfügbar sein müssen, von 6 Uhr bis 23 Uhr.“

Zur aufgekommenen Debatte um ein Anti-Doping-Gesetz in Deutschland sagte Lahm: „Ich bin für Fair Play und definitiv gegen Betrug in jeglicher Form. Wenn es nach der Wahl eine Mehrheit im Bundestag für ein Anti-Doping-Gesetz geben sollte, dann ist das für mich als Hochleistungssportler selbstverständlich in Ordnung.“

Lahm beschreibt zudem, wie bei ihm die Bewunderung für den siebenfachen Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong in Ablehnung umgeschlagen und wie „ernüchtert und enttäuscht“ er von den zahlreichen Dopingfällen im Radsport sei: „All diese Sportler sind an sich selbst gescheitert. An ihrer Zielsetzung. Aber auch an den kriminellen Strukturen. Sie sind auch verführt worden, das muss man ganz klar sagen: von ihrem Umfeld, von Medizinern, von den sportlichen Leitern ihrer Teams.“

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