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Lage im Norden Nigerias zunehmend unübersichtlich

© AP, dapd

27.01.2012

Nigeria Lage im Norden Nigerias zunehmend unübersichtlich

Auswärtiges Amt bestätigt Entführung eines Deutschen – Boko Haram bekennt sich zu Anschlägen.

Lagos – Die Lage im Norden Nigerias wird zunehmend kritischer. Der Führer der islamischen Sekte Boko Haram bekannte sich am Freitag in einer Audiobotschaft grundsätzlich zu einer Anschlagsserie, bei der 185 Menschen getötet wurden. In der Millionenstadt Kano wurde ein Deutscher entführt.

Das Auswärtige Amt bestätigte am Freitag in Berlin die Entführung des Deutschen und teilte mit, der Krisenstab des Ministeriums und die deutsche Botschaft in Abuja arbeiteten mit Hochdruck an einer Lösung. Bisher gebe es aber noch keinen “substanziellen Fortschritt”, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts.

In Nigeria berichtete ein Sprecher der Polizei der Provinz Kano, der Deutsche, der in der Stadt für ein Bauunternehmen gearbeitet habe, sei von zwei Männern in einem Auto von einer Baustelle verschleppt worden. Die Polizei untersuche die Entführung weiter. Bekannt hat sich dazu bisher niemand.

Unterdessen übernahm das Oberhaupt der Boko Haram, Imam Abubakar Shekau, grundsätzlich die Verantwortung für die Anschläge auf Polizeistationen und Kasernen in Kano vom vergangenen Wochenende. Jedoch hätten seine Männer keine Zivilpersonen getötet, sagte Shekau in seiner Audiobotschaft, die den Sektenführer auf Youtube mit einem Standfoto mit einem Sturmgewehr im Hintergrund zeigte.

“Wir töten Polizisten, wir töten Soldaten und andere Repräsentanten von Behörden, die gegen Allah sind”, sagte Shekau in seiner Ansprache. Er sei nicht gegen jeden Menschen, aber wenn Allah ihm befehle, jemanden zu töten, werde er es genießen, ihn “wie ein Hühnchen” zu töten. Unter den 185 Toten vom Wochenende waren nach nigerianischen Angaben 150 Zivilpersonen. Direkte Verhandlungen mit Präsident Goodluck Johnathan lehnte Shekau ab.

Am Donnerstag wurden bei einem bewaffneten Überfall in der Nähe von Kano zudem 15 Menschen getötet. Die verbrannten Leichen der muslimischen Händler seien in einem Dorf der Provinz Katsina gefunden worden, sagte ein Sprecher der Provinzverwaltung von Zamfara am Freitag. Die aus Zamfara stammenden Händler seien mit einem Kleinbus auf dem Weg nach Katsina gewesen, um dort auf dem Markt Waren zu verkaufen. Der Sprecher sagte, er halte es für unwahrscheinlich, dass die Tat im Zusammenhang den Ereignissen in Kano vom Wochenende stehe. Die Behörden gingen von einem Raubüberfall aus.

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