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Oskar Lafontaine

© Deutscher Bundestag / Lichtblick / Achim Melde

22.05.2012

Linke Lafontaine verzichtet auf Kandidatur für Parteivorsitz

„Konflikte weiter eskaliert.“

Berlin – Oskar Lafontaine hat angekündigt auf eine Kandidatur des Vorsitzenden der Linkspartei zu verzichten. Er ziehe sein Angebot zurück, weil seine Bereitschaft nicht zu einer Befriedung der innerparteilichen Auseinandersetzung geführt habe, ließ Lafontaine am Dienstag mitteilen. Er habe für sein Angebot viel Unterstützung aus Ost und West erhalten, dennoch seien die Konflikte in der Linkspartei in der vergangenen Zeit eskaliert.

Mit dem Rückzug seiner Kandidatur und damit seiner Ambitionen wieder bundespolitische Aufgaben zu übernehmen, wolle er einen Neuanfang für die Partei ermöglichen. Ein sogenannte Kampfkandidatur gegen den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Dietmar Bartsch auf dem kommenden Parteitag am 2. und 3. Juni in Göttingen hatte Lafontaine von vornherein ausgeschlossen.

Lafontaines Erklärung im Wortlaut

„Nachdem ich seit über einem Jahr von vielen immer wieder öffentlich aufgefordert worden bin, noch einmal für Spitzenfunktionen der Partei Die Linke zu kandidieren, habe ich am vergangenen Montag dem geschäftsführenden Parteivorstand und den Landesvorsitzenden meine Bereitschaft erklärt, wieder die Aufgabe des Parteivorsitzenden und des Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl zu übernehmen. Mein Beweggrund war, Die Linke in einer für sie sehr schwierigen Situation nicht im Stich zu lassen. Ich habe für dieses Angebot aus Ost und West sehr viel Unterstützung erhalten, für die ich dankbar bin. Ich habe allerdings zur Kenntnis nehmen müssen, dass meine Bereitschaft nicht zu einer Befriedung der innerparteilichen Auseinandersetzung geführt hat, sondern dass die Konflikte weiter eskaliert sind. Das ist kein Umfeld, in dem ich mich in der Lage sehe dazu beizutragen, dass Die Linke wieder eine starke bundespolitische Kraft wird. Daher bin ich zu dem Schluss gekommen, dass nur ein passender Neuanfang jenseits der bisherigen Konfrontationslinien die derzeitige festgefahrene Situation überwinden kann. Ich ziehe daher mein Angebot, wieder bundespolitische Aufgaben zu übernehmen, zurück, um einen solchen Neuanfang zu ermöglichen.“

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