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Labor wegen PCB-belasteter Eier in Schwierigkeiten

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15.04.2012

Kiel Labor wegen PCB-belasteter Eier in Schwierigkeiten

Stadt leitet Ordnungswidrigkeitsverfahren ein.

Bielefeld/Hannover – Nach dem Fund PCB-belasteter Eier in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen ist die Ursache für die Verunreinigung mit dem dioxinähnlichen Stoff weiter unklar. Herstellern, Vertreibern und Testern drohen hohe Strafen. Gegen ein Labor habe die Stadt Kiel bereits ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet, berichtete das Bielefelder „Westfalen-Blatt“ am Wochenende. Verfahren gegen den Inhaber eines betroffenen Biohofs im Kreis Minden-Lübbecke sowie gegen Verantwortliche einer Vertriebsfirma sollen folgen.

Das Kieler Labor war in die Kritik geraten, weil es erhöhte PCB-Werte in Eiern des ostwestfälischen Biohofs zunächst nur der Vertriebsfirma in Euskirchen und nicht den Behörden mitgeteilt hatte. Erst elf Tage später sollen auch die Behörden in Kenntnis gesetzt worden sein. Dies verstößt gegen die Meldepflicht. Dem Labor droht daher ein Bußgeld von bis zu 20.000 Euro.

Das nordrhein-westfälische Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz will dem Zeitungsbericht zufolge auch gegen den Inhaber des betroffenen Biohofes im Kreis Minden-Lübbecke sowie gegen Verantwortliche der Euskirchener Vertriebsfirma Bußgeldverfahren einleiten. Nach einer Strafanzeige des Landesamtes habe die Staatsanwaltschaft Bielefeld zudem bereits ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Bodenverunreinigung auf dem Biohof in Stemwede eingeleitet, hieß es. Es werde geprüft, ob illegal gefährliche Stoffe auf dem Hof entsorgt wurden.

Suche nach Ursache für PCB-belastete Eier in Niedersachsen

PCB kann unter Umständen Krebs auslösen. Auch in Niedersachsen laufen die behördlichen Untersuchungen deshalb unter Hochdruck. Nach Angaben des dortigen Landwirtschaftsministeriums hat die amtliche Futtermittelüberwachung zahlreiche Proben der betroffenen Legehennenbetriebe im Landkreis Aurich genommen. So seien Proben vom Boden und von der Einstreu genommen worden. Auch andere Materialien wie Branntkalk und Proben der Stallisolierung flössen in die Untersuchungen ein.

Geklärt werden solle, ob die erhöhte PCB-Belastung in den Proben der Eier konkret auf die fraglichen drei niedersächsischen Betriebe zurückzuführen sei oder möglicherweise ein räumlicher Zusammenhang bestehe. Alle drei Unternehmen lägen in einer Region knapp nördlich des Stadtgebietes Aurich bis in das Gemeindegebiet der südlich angrenzenden Gemeinde Großefehn. Um die mögliche Ursache weiter einzugrenzen, würden in Stichproben Eier aus den umliegenden Betrieben untersucht.

Der Landkreis Aurich habe inzwischen ermittelt, dass aus den beiden zuerst aufgefallenen Betrieben maximal 58.500 möglicherweise belastete Eier in den Verkauf gelangt sein könnten. Die Eier seien an eine Handelskette geliefert und im Nordwesten Niedersachsens verkauft worden. Die Erzeugercodes der betroffenen Eier lauten: 1-DE-0354451; 1-DE-0354452; 1-DE-0354453; 1-DE-0352691

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