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15.11.2009

Kulturpolitischer Sprecher der Linkspartei in Brandenburg war IM der Stasi

Potsdam – Die Brandenburger Linkspartei wird von einem neuen Stasi-Fall erschüttert. Wie das Nachrichtenmagazin „Focus“ berichtet, arbeitete der kulturpolitische Sprecher der Fraktion im Landtag, Gerd-Rüdiger Hoffmann, der seit 2004 Abgeordneter ist, als Schüler und Angehöriger der Grenztruppen der Nationalen Volksarmee von 1970 bis 1975 für das Ministerium für Staatssicherheit (MfS). Wie aus seiner Stasi-Akte weiter hervorgeht, war er anschließend als Informant der Abteilung IV der Hauptverwaltung Aufklärung vorgesehen. Hoffmann war 1970 von der MfS-Kreisdienststelle Senftenberg als IM „Schwalbe“ geworben worden. Schon zuvor hatte er Mitschüler bespitzelt. Während seines Wehrdienstes bei den Grenztruppen in Berlin Mitte wurde er zur „Filtrierung“ seiner Kameraden eingesetzt. Sein Führungsoffizier lobte die „ausgezeichnete Arbeit“. Hoffmann habe die „erhaltenen Aufträge gewissenhaft und initiativreich“ erfüllt.

Gegenüber dem Magazin sagte der 57-Jährige zum bisherigen Verschweigen seiner Stasi-Tätigkeit: „Ich kenne meine Akte nicht und es hat mich ziemlich überrascht, dass es überhaupt eine gibt.“ Zugleich bestätigte er aber: „Ich kann nicht leugnen, dass ich für das MfS tätig war.“ In Brandenburg hatte die SPD unter Ministerpräsident Matthias Platzeck nach der Landtagswahl vom 27. September die Koalition mit der CDU beendet und ein Bündnis mit der Linkspartei gebildet. Dagegen hatte es wegen der Stasi-Vergangenheit von Fraktionschefin Kerstin Kaiser, dem Landesvorsitzenden Thomas Nord sowie den Landtagsabgeordneten Hans-Jürgen Scharfenberg und Axel Hentschke starke Vorbehalte gegeben.

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