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Ein schwules Pärchen

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22.08.2015

Künftiger Sachsen-Bischof Homosexualität gegen Gottes Wort

Die homosexuelle Lebensweise entspreche nicht dem Willen Gottes.

Dresden – Nach Ansicht des künftigen Bischofs der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Carsten Rentzing, steht Homosexualität im Gegensatz zu Gottes Wort. „Die Bibel sagt, dass die homosexuelle Lebensweise nicht dem Willen Gottes entspricht“, sagte Rentzing im Interview der „Welt“. „Diese Aussagen der Bibel machen es mir persönlich schwer, jemandem zu raten, dass er seine Homosexualität leben solle.“

Rentzing hält es daher auch „für falsch, durch die uneingeschränkte Zulassung homosexueller Partnerschaften im Pfarrhaus das Signal zu setzen, dass Gott der Herr die homosexuelle Lebensweise für die Bestimmung dieser Menschen hält“. Man könne „auf der Basis der Bibel nicht erklären, Homosexualität sei vor Gott in Ordnung“, sagte Rentzing. „Die Kirche kann nicht Aussagen treffen, die vor dem Wort der Bibel keinen Bestand haben.“

Rentzing, der am 29. August in sein Amt als Nachfolger des bisherigen Landesbischofs Jochen Bohl eingeführt wird, bekräftigte damit seine Kritik an der geltenden sächsischen Regelung, wonach Homo-Ehen in Pfarrhäusern zwar grundsätzlich abgelehnt werden, aber in Ausnahmefällen bei ausdrücklicher Zustimmung der betreffenden Gemeinden geduldet werden können. Obwohl diese Regelung deutlich restriktiver ist als in den meisten anderen evangelischen Landeskirchen, hält Rentzing sie für zu liberal. Sie sei ein „Signal, dass Homosexualität aus Gottes Sicht in Ordnung wäre“.

Gleichwohl betonte Rentzing, dass er als Bischof „zu dieser Regelung stehen“ werde. „Das gehört zu der Last, die ein Bischof tragen muss. Man steht dann für Dinge ein, bei denen man teilweise theologisch anderer Auffassung ist.“ Rentzing betonte dabei seinen „hohen Respekt vor denen, die für sich persönlich sagen, dass sie gelebte Homosexualität vor sich und Gott vertreten können“. Das werde er auch bei sächsischen Pfarrern „akzeptieren“.

Rentzing weiter: „Wir sind evangelische Kirche, wir schätzen die Gewissensfreiheit extrem hoch ein und können diese Frage niemandem abnehmen.“ Doch bemängelte Rentzing. dass in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) viele Kritiker der Homo-Ehe ausgegrenzt würden. Immer wieder komme es in der Kirche vor, dass „Bedenken gegenüber der Homosexualität als rückständig dargestellt werden“, sagte Rentzing. „Wenn Sie heute sagen: Es ist nicht gut, wie wir leben – in wechselnden Partnerschaften, einander verletzend, unserer Verantwortung für den anderen nicht bewusst -, dann werden Sie in der Öffentlichkeit und leider auch in der Kirche rasch ausgegrenzt.“

Zudem bestehe „in der evangelischen Kirche die Gefahr, dass Jesus Christus als Bringer des Heils verdunkelt wird, indem die Erlösungsbedürftigkeit jedes Menschen infrage gestellt und behauptet wird, alle Menschen seien okay, wir bräuchten keine Gnade. So etwas hört man in Predigten immer wieder“, sagte Rentzing. Zugleich würden „diejenigen, die auf diese Erlösungsbedürftigkeit aller Menschen hinweisen, als reaktionär hingestellt“.

Für sich persönlich jedoch erwarte er keine Ausgrenzung durch die anderen Leitenden Geistlichen. „In der EKD sehe ich mich nicht als Außenseiter. Vielleicht als kleinen Störfaktor am Rande, als jemanden, der Dinge anspricht, die von einigen anderen vielleicht als nicht so gravierende Probleme gesehen werden.“

Einigkeit aber bestehe bei der Notwendigkeit des Kampfes gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit: „Ich werde als Landesbischof alles dafür tun, dass sich unsere Landeskirche auch weiterhin klar gegen Ausländerfeindlichkeit stellt und offen für Flüchtlinge bleibt.“

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