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08.09.2010

Kubicki stellt HSH-Chef Nonnenmacher infrage

Kiel – Erstmals hat ein Regierungspolitiker den durch mehrere Affären unter Druck geratenen HSH-Nordbank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher infrage gestellt. „Die Diskussion kann rasch einen Punkt erreichen, an dem es angezeigt ist, sich von Nonnenmacher zu trennen“, sagte Wolfgang Kubicki, FDP-Fraktionsvorsitzender im Landtag von Schleswig-Holstein, der Tageszeitung „Die Welt“. Mögliche Skandale bei der HSH machen seit mehr als zwei Wochen Schlagzeilen: Ein Ex-Vorstand soll überwacht und zu Unrecht entlassen, ein Manager des Instituts in New York mit untergeschobenen Kinderpornos denunziert worden sein. Die Staatsanwaltschaften in Hamburg und Kiel ermitteln.

„Auch wenn immer die Unschuldsvermutung gelten muss: Die Bank kann sich eine solche Debatte nicht beliebig lange leisten“, sagte Fraktionschef Kubicki. „Sobald sich der Verdacht erhärtet, kann es an der Zeit sein, personelle Konsequenzen zu ziehen.“ Für den FDP-Landespolitiker geht es dabei nicht nur um die Frage, ob Nonnenmacher selbst tatsächlich in strafbare Handlungen verwickelt war. „Irgendwann kommt es gar nicht so sehr darauf an, was ihm persönlich vorzuwerfen ist – wir müssen dann vor allem die Reputation der Bank im Blick haben und deshalb einen personellen Neuanfang suchen.“ Diesen Punkt sieht Kubicki zwar noch nicht erreicht. „Aber es dauert nicht mehr lange – wir reden hier nicht von vier Wochen oder mehr“, sagte er. Die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein als Eigentümer könnten es nicht dauerhaft hinnehmen, dass „die HSH Nordbank mit kriminellen Methoden bei der Mitarbeiterentsorgung in Verbindung gebracht wird“.

Kubickis Forderung setzt vor allem HSH-Aufsichtsratschef Hilmar Kopper unter Druck. Der frühere Deutsche-Bank-Chef stellt sich bislang vorbehaltlos vor Nonnenmacher, hat allerdings eine weitere Untersuchung der Vorgänge angekündigt. Von bankinternen Gutachten verspricht sich Kubicki allerdings keine unabhängige Aufklärung: „Es kommt jetzt vor allem darauf an, dass die Staatsanwälte zügig ermitteln“, sagte er. Nonnenmacher und Kopper mussten am Dienstag im Kieler Kabinett erscheinen. Dem Vernehmen nach kamen die Vorgänge zur Sprache. Die Staatskanzlei wollte sich zu der Unterredung nicht äußern.

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