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Polizei Streifenwagen

© Matti Blume / CC BY-SA 3.0

25.08.2015

Leila-Verfahren in Thüringen Kripo wollte Staatsanwalt absetzen lassen

Als Begründung führten sie an, dass Wörmanns Arbeitsbelastung zu hoch sei.

Gera – Während der Prozess nach dem gewaltsamen Tod des neunjährigen Mädchens Leila in Jena auf der Stelle tritt, kommen bislang unbekannte Fakten zu den Ermittlungen ans Licht der Öffentlichkeit.

Wie die Ostthüringer Zeitung berichtet (Dienstagausgabe), wollte der Ermittlungsführer der Jenaer Kriminalpolizei nicht beantworten, ob er Anstrengungen unternommen habe, den Staatsanwalt im Ermittlungsverfahren ablösen zu lassen. Auch auf mehrfache Nachfrage der Verteidiger der Angeklagten weigerte er sich am Montag vor dem Landgericht Gera.

Weil sich auch das Schwurgericht nicht so recht zu einem entsprechenden Antrag eines Verteidigers, den Zeugen zum Reden zu bringen, positionieren wollte, ergriff Jens Wörmann das Wort für eine dienstliche Erklärung. Der Staatsanwalt leitete die Ermittlungen und ist der Vertreter der Staatsanwaltschaft im Prozess. Er bestätigte, dass die Jenaer Kriminalpolizei versucht habe, dass ein anderer Dezernent auf den Leila-Fall angesetzt werde. Der Chef der Kripo Jena und auch der Ermittlungsführer seien zu einem Gespräch in Gera gewesen, wo sie diesen Schritt vom Vorgesetzten des Staatsanwaltes forderten. Als Begründung führten sie an, dass Wörmanns Arbeitsbelastung zu hoch sei. Die Staatsanwaltschaft lehnte das Ansinnen jedoch ab.

Nach der dienstlichen Erklärung des Staatsanwalts bestritt der Kriminalist, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Absetzungsgesuch und den von Wörmann beauftragten weitergehenden Ermittlungen gab, ob auch der Uropa als Täter infrage kommt. Der Kripobeamte wusste nicht zu erklären, warum sich eine von der Operativen Fallanalyse des Landeskriminalamtes Thüringen gefertigte Befragung nicht in den Akten befand. Jenes Dokument enthält nämlich belastende Hinweise, dass der Uropa in der Vergangenheit gewalttätig gegen das Mädchen geworden war.

Hauptangeklagt in dem Verfahren ist der Freund der Tante, bei der sich das Mädchen aus Mittelfranken zu Besuch aufhielt. Laut Anklage ist Leila nach einem Tritt in den Bauch innerlich verblutet. Tante und Großmutter stehen ebenfalla in Gera vor Gericht.

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