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Tödliches Familiendrama

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06.03.2013

Düsseldorf Tödliches Familiendrama

16-Jähriger erwürgt Bruder und verletzt Mutter – Tatmotiv unklar.

Düsseldorf – Familientragödie in Düsseldorf: Ein 16 Jahre alter Jugendlicher hat vermutlich bei einem Streit seinen zwölfjährigen Bruder erwürgt und seine Mutter schwer verletzt, bevor er sich selbst das Leben nehmen wollte. Der Jugendliche wurde am Dienstagabend noch in der gemeinsamen Wohnung im Stadtteil Flingern festgenommen, wie die Ermittler am Mittwoch mitteilten. Weil der Täter minderjährig ist, machten die Ermittlungsbehörden keine näheren Angaben zum Tathergang.

Die beiden Söhne kamen am Dienstagnachmittag nach Hause, während die 51-jährige alleinerziehende Mutter noch bei der Arbeit war, erklärte Ralf Finke von der Polizei Düsseldorf. Es müsse zu einer Auseinandersetzung gekommen sein, woraufhin der Ältere seinen jüngeren Brüder erwürgte. Worüber sich die beiden gestritten haben könnten, ist nicht bekannt. Als die Mutter heimkehrte, fand sie ihren Sohn leblos vor. Sie schrie um Hilfe und wurde daraufhin selbst von ihrem älteren Sohn angegriffen.

Jugendlicher ist geständig

Auch seine Mutter würgte der Jugendliche, griff schließlich zu einer Hantel und schlug damit auf den Kopf der Frau ein. Die Mutter konnte zu einer Nachbarin fliehen, die dann den Notruf verständigte. Als die Polizei in der Wohnung eintraf, wollte sich der Jugendliche selbst töten, ließ aber schließlich davon ab. Derzeit ist der Jugendliche zur stationären Behandlung im Krankenhaus. „Er ist geständig“, sagte Finke. Auch die Mutter befinde sich in stationärer Behandlung und sei ansprechbar.

Für die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ist klar: Der Beschuldigte handelte mit Tötungswillen. Die Anklagebehörde wertet die Tat als Totschlag, bei dem Angriff auf die Mutter handelt es sich nach ihrer Ansicht um versuchten Mord. „Wir gehen davon aus, dass der Beschuldigte die vorangegangene Tat verdecken wollte“, sagte Uwe Kessel von der Staatsanwaltschaft Düsseldorf. Weil es aber kein erkennbares Motiv gebe, solle ein psychiatrisches Gutachten nun feststellen ob der Jugendliche zur Tatzeit vermindert schuldfähig war.

Die Ermittlungen zum Tatmotiv dauern an. Möglicherweise leidet der Jugendliche noch unter dem Selbstmord seines Vaters vor eineinhalb Jahren. Zuletzt sei der Jugendliche vermehrt von der Schule ferngeblieben, sagte Finke. Aktuell sei er in therapeutischer Behandlung, allerdings nicht aufgrund von Fremd- oder Eigengefährdung, sondern lediglich, um den Selbstmord seines Vaters zu verarbeiten. Hinweise auf zurückliegende Gewaltdelikte in der Familie gebe es nicht.

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