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Kreditwürdigkeit mehrerer EU-Staaten gesenkt

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14.02.2012

Ratingagentur Moody's Kreditwürdigkeit mehrerer EU-Staaten gesenkt

Italien, Portugal und Spanien herabgestuft – Deutschland bleibt unverändert bei Aaa.

New York/London – Die Ratingagentur Moody’s hat in der Nacht zum Dienstag die Kreditwürdigkeit von sechs Staaten der Eurozone herabgestuft. Betroffen sind Italien, Portugal, Spanien, Malta, die Slowakei und Slowenien. Großbritannien, Frankreich und Österreich behielten ihr Spitzenrating, die Prognose wurde aber von “stabil” auf “negativ” gesenkt. Die Börsen in Asien reagierten auf die Herabstufung zunächst uneinheitlich. Der Euro verlor gegenüber dem Dollar an Wert.

Als Gründe für den Schritt nannte Moody’s die Unsicherheit über die Reformen in der Eurozone, zunehmend schwache Wirtschaftsaussichten in Europa und die Auswirkungen dieser Faktoren auf die Märkte. Eine solche Herabstufung bedeutet im allgemeinen, dass ein Staat bei der Ausgabe von Staatsanleihen höhere Zinsen zahlen muss.

Die Herabstufung durch Moody’s war allerdings weniger hart als jene der Ratingagentur Standard & Poor’s, die im Januar unter anderem Frankreich und Österreich die Top-Bonität entzog.

Portugal tiefer im “Ramsch-Status”

Italien und Malta wurden von A2 auf A3 herabgestuft, Spanien von A1 auf A3, die Slowakei und Slowenien von A1 auf A2 und Portugal von Ba2 auf Ba3. Alle wurden mit der Prognose “negativ” bewertet. Dies bedeutet, dass Moody’s eine mindestens 40-prozentige Wahrscheinlichkeit sieht, dass die Kreditwürdigkeit in den kommenden 18 Monaten herabgestuft werden könnte.

Unverändert blieb das Rating für Deutschland (Aaa), ebenso die Bewertungen von Dänemark, Finnland, Luxemburg, den Niederlanden, Schweden (alle ebenfalls Aaa), Belgien (Aa3), Estland (A1) und Irland (Ba1). Eine Überprüfung der Einstufung Zyperns mit Baa3 dauert an, Griechenland verharrt bei Ca. Der europäische Rettungsfonds EFSF behielt seine Bewertung von Aaa.

Trotz der Herabstufungen äußerte sich Moody’s relativ optimistisch. Es werde nicht erwartet, dass Regierungen mit den Rettungspaketen Geld verlören. Auch werde nicht erwartet, dass die Aaa-Bewertungen Deutschlands, der Niederlande und Finnlands unter Druck gerieten. “Wir glauben weiterhin, dass die Eurozone als Ganzes über eine beträchtliche wirtschaftliche und finanzielle Stärke verfügt”, erklärte Moody’s.

Allerdings könnte es noch weitere Herabstufungen geben, sollten etwa Reformen in Europa nicht umgesetzt werden oder die Region von einem weiteren signifikanten Wirtschaftsabschwung betroffen sein, hieß es weiter.

Spanische Banken von Fitch und S&P herabgestuft

Die anderen beiden großen Ratingagenturen, Fitch und Standard & Poor’s, hatten zuvor am Montag die Kreditwürdigkeit spanischer Banken herabgestuft. Nach der Senkung der Bonität der Staatsanleihen aus Spanien im vergangenen Monat seien die Geldhäuser einem erhöhten Risiko ausgesetzt, teilte Fitch mit. Bei den von Fitch herabgestuften Banken handelte es sich um die Banco Bilbao Vizcaya Argentaria, Bankia, CaixaBank und Caja de Ahorros y Pensiones de Barcelona. Diese Kreditinstitute bewertete auch Standard & Poor’s schlechter. Zudem senkte die Ratingagentur den Ausblick für elf spanische Banken auf “negativ”.

Standard & Poor’s hatte im Januar gleich neun europäische Staaten herabgestuft und Frankreich und Österreich die Spitzennote AAA entzogen. Fitch senkte im vergangenen Monat die Bonitätswerte von Italien, Spanien, Belgien, Zypern und Slowenien.

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