Nachrichten und Schlagzeilen aus aller Welt - Feuilleton - newsburger.de

Kreative übertragen das Prinzip Facebook auf  Ausstellungen

© dapd

27.01.2012

Kommunikation Kreative übertragen das Prinzip Facebook auf Ausstellungen

Besucher sollen miteinander ins Gespräch kommen.

Stuttgart – Nach den Vorstellungen der Kreativen ist ein “Ideenfunke” etwas größer als ein Tennisball: Mehrere Stromkabel drängen sich im Innern einer durchsichtigen Plastikkugel. Außen sind mehrere grüne Blinklichter angebracht. Kommt eine andere Kugel in die Nähe, leuchten sie plötzlich auf, dazu ertönt ein leises Geräusch wie aus einem Radiogerät mit schlechtem Empfang.

Der “Ideenfunke” ist eine der neuesten Entwicklungen aus dem Innovationslabor der Kommunikationsagentur Milla & Partner in Stuttgart. Sieben Kreative forschen hier an der Zukunft für Museen und Ausstellungen: Wie kann noch individueller auf die Wünsche der Besucher eingegangen werden? Wie können die Gäste miteinander ins Gespräch kommen?

“Wir übertragen das Prinzip aus dem Web 2.0 auf den Raum”, sagt Claudius Brodmann, Kreativ-Direktor bei Milla & Partner. Während Internetnutzer bei Facebook beispielsweise auf den “Gefällt mir”-Button klicken, können sich Museumsbesucher nach den Vorstellungen der Kommunikationsagentur bei einem Ausstellungsgegenstand anmelden, indem sie den “Ideenfunken” ganz nah an das Exponat halten. Dann ist ein kurzer Piepton zu hören. Je länger anschließend die Verweildauer, desto höher das vom Computer errechnete Interesse an dem Gegenstand.

Noch ist der Prototyp des “Ideenfunken” etwas unhandlich. Doch wenn sich die Idee durchsetzt, werden Besucher mit Geräten so groß wie ein Handy durch die Ausstellung laufen, die gleichzeitig als Tonabspielgeräte ohne Kopfhörer dienen. Vorlieben werden vom Computer automatisch ausgewertet, sodass die Besucher weitergehende Informationen speziell zu ihrem Interessengebiet erhalten können.

Den Entwicklern geht es aber auch um den Dialog zwischen Ausstellungsbesuchern – ganz wie in den Internet-Netzwerken. “Die Interaktion entwickelt sich zur Interkonnexion”, sagt Kreativ-Direktor Brodmann. “Menschen verbinden sich mit Menschen, kommen ins Gespräch. Der Ausstellungsbesuch wird zu einem Gemeinschaftserlebnis.” Der “Ideenfunke” kann etwa anzeigen, welche Menschen die gleiche Sprache sprechen oder ähnliche Interessen haben. “Womöglich steht direkt neben einem der Experte zu einem bestimmten Thema.”

Die Möglichkeiten erscheinen unbegrenzt: Wer nur wenig Zeit hat, sucht womöglich nach den Ausstellungsstücken, die bei Besuchern mit ähnlichen Interessen besonders beliebt sind. “Gleichzeitig kann zum Beispiel ein Museum auswerten, welche Exponate funktionieren und welche nicht”, sagt Brodmann.

Welche Entwicklungen aus dem Innovationslabor funktionieren und welche nicht, das muss die Praxis auch noch zeigen. Seit anderthalb Jahren gibt es das Labor, in dieser Woche präsentiert das Unternehmen ausgewählten Besuchergruppen einige Ergebnisse.

Darunter ist auch eine Technik, die realistische Einblicke in Gebäudemodelle gewähren soll. Ein Tablet-Computer mit eingebauter Kamera wird in das Modell gehalten und sendet die Daten drahtlos an einen Rechner, der die Bilder wiederum auf einen großen Flachbildschirm überträgt. “So sind ganz neue Blickwinkel möglich”, schwärmt Mediendesigner Thomas Frenzel.

Milla & Partner profitiert selbst von der Technik. Die Kommunikationsagentur bewirbt sich regelmäßig bei Architekturwettbewerben, von ihr kam auch die Idee einer interaktiven Riesenkugel im deutschen Pavillon auf der Expo 2010 in Shanghai.

Weitere interessante Artikel

Unterstützen durch teilen: Sie können unsere Arbeit ganz einfach unterstützen indem Sie diesen Artikel auf einer der folgenden Social Media Plattformen teilen. Jeder geteilte Artikel hilft uns. Dankeschön!
Google+

© dapd / newsburger.de

URL zum Artikel: newsburger.de/kreative-ubertragen-das-prinzip-facebook-auf-ausstellungen-36609.html

Weitere Nachrichten

Ben Tewaag Gewinner Promi Big Brother 2016

© obs / SAT.1 / Willi Weber

Sat.1 Ben Tewaag gewinnt „Promi Big Brother“ 2016

Ben Tewaag ist der Sieger von "Promi Big Brother" 2016. Insgesamt verbringt der 40-Jährige acht Tage "Unten" in der Kanalisation und sieben Tage "Oben" im ...

ARD Tagesschau Nachrichten Studio

© Juliane / CC BY-SA 2.0 DE

TV Amoklauf in München war Top-Nachrichtenthema im Juli

Mit insgesamt fast sechs Stunden Berichterstattung in den Hauptnachrichten der vier großen deutschen Fernsehsender war der Amoklauf eines 18-jährigen ...

Mario Gomez 2011 DFB

© Steindy / CC BY-SA 3.0

Top-Quote des Jahres 28,32 Millionen Zuschauer sahen Deutschland – Italien

Mit großer Spannung war das Viertelfinale Deutschland - Italien erwartet worden. Und das Spiel hielt, was es versprach: Unentschieden nach 90 Minuten, ...

Weitere Schlagzeilen