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Kita Buratino Kummersdorf

© Lienhard Schulz / CC BY-SA 3.0

22.03.2017

Kita-Affäre Fraktionsvize widerspricht Knöchel

Finanzielle Unregelmäßigkeiten in einem Kita-Trägerverein.

Halle – Nach einer Anzeige gegen den Landtagsfraktionschef der Linken in Sachsen-Anhalt, Swen Knöchel, wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten in einem Kita-Trägerverein gerät der Politiker weiter unter Druck. Während unter anderem die CDU Aufklärung fordert, bringt sich Knöchel mit einer Erklärung in scharfen Widerspruch zu seiner Stellvertreterin Eva von Angern. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Mittwochausgabe). Es geht darum, wann der Fraktionschef von der Anzeige wusste.

Knöchel verbreitete am Dienstag eine schriftliche persönliche Erklärung, in der er ungefragt betonte: „Von der Anzeige habe ich erst durch Nachfrage der Mitteldeutschen Zeitung Kenntnis erlangt.“ Er bezieht sich dabei auf eine Anfrage der Zeitung vom Montag.

Zeitgleich hatte die Vizefraktionschefin Eva von Angern – die den lokalen Linken-Politiker, der neben Knöchel in der Affäre in der Kritik steht, beschäftigt – der Zeitung gesagt, sie habe diesen wegen der Anzeige beurlaubt. Wenn Knöchels schriftliche Erklärung stimmt, hätte sie also unterlassen, ihn zu informieren.

Von Angern widerspricht nun auf Nachfrage der Zeitung. „Ich habe ihm am 7. März gesagt, dass ich meinen Mitarbeiter wegen eines Strafantrages beurlaubt habe und dass innerhalb des Strafantrages der Hinweis enthalten sei, dass gegen ihn, Knöchel, ein Strafantrag in Vorbereitung sei“, sagte von Angern dem Blatt.

CDU-Fraktionschef Siegfried Borgwardt forderte Aufklärung in der Kita-Affäre: „Der Fraktionsvorsitzende Knöchel tut gut daran, die Vorwürfe schnellstmöglich zu entkräften“, sagte er der Zeitung.

Die Staatsanwaltschaft Halle ermittelt wegen Untreue beim Kita-Träger „Kinderland“ in Bitterfeld-Wolfen. Im Visier hat sie vor allem einen lokalen Linken-Politiker, der in in die Vereinskasse gegriffen haben soll. Erster Vorsitzender war laut Vereinsregister Knöchel. Die Staatsanwaltschaft Halle prüft, ob sie auch gegen ihn ein Verfahren einleitet. Knöchels Versäumnis soll sein, dass er für den Verein seit 2009 keine Steuererklärung abgegeben hat.

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