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14.09.2009

Kindersicherung im Internet Mehr Kommerz als Schutz?

Balance zwischen Sicherheit und kommerziellem Interesse geht verloren.

Kinder beim Surfen oder Chatten bestmöglich vor den Gefahren des Internet zu schützen, ist nicht nur ein hehres und notwendiges Ziel, sondern entwickelt sich auch immer mehr zu einem lukrativen Geschäft. Leider droht dabei die Balance zwischen Sicherheit und kommerziellem Interesse verloren zu gehen.

Wie ZDNet jüngst in einem Artikel berichtete, verkauft das Unternehmen Echometrix die mit seiner Überwachungssoftware „Sentry Parental Control“ gesammelten Daten teilweise an Dritte. Was ursprünglich dazu gedacht war, dass Eltern darüber wachen können, wie ihre Kinder den Computer verwenden und mit wem und wie sie interagieren, steht Abonnenten seit Juni dieses Jahres über den Service „Pulse“ als Datenschatz zur Verfügung. Denn Echometrix verspricht nichts weniger als „eine Echtzeit-Plattform für digitale Inhalte, die enthüllen, was den Teenager-Markt im Wert von 190 Milliarden Dollar antreibt.“ Das Unternehmen scheut sich auch nicht davor zu prahlen: „Durch die unübertroffene Fähigkeit, private IM-Chats zu belauschen, kann PULSE weitaus präziser die Denkweise von Teenagern voraussagen.“

Doch ist nicht genau das der Kern der Sache, dass nämlich die Inhalte dieser Chats *privat* sind? Und folgt daraus nicht, dass private Daten nicht für kommerzielle Zwecke ausgenutzt werden dürfen?

Trend Micro schätzt Pulse als ein Angebot ein, das unter die Kategorie Spyware fällt, und rät Eltern, die um die Sicherheit ihrer Kinder im Internet besorgt sind, nur solche Softwareangebote wahrzunehmen, welche die Privatsphäre respektieren und schützen. Am besten geeignet sind Lösungen, die Webadressen je nach Kategorie blockieren und Kinder davor bewahren, auf unerwünschte Inhalte zuzugreifen, und mit Datenschutzfunktionen verhindern, dass sie vertrauliche oder unangemessene Informationen im Internet preisgeben.

Auf jeden Fall aber sollten Eltern sich die Anbieter genau anschauen und prüfen, ob es sich dabei wirklich um einen Sicherheitsspezialisten oder doch eher um ein Vermarktungsunternehmen handelt, das in seinen Geschäftsbedingungen eine Zustimmungsklausel für die weitere Verwendung der durch die Kontrolle der Internetnutzung gesammelten Daten versteckt hat (auch wenn deren Rechtswirksamkeit zumindest zweifelhaft wäre).

Ein Beispiel für eine geeignete Sicherheitslösung, die Kinder von den Risiken des Internet schützt, ist Trend Micro Internet Security Pro 2010, die als kostenlose Testversion heruntergeladen werden kann.

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