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05.06.2019

"MINT-Nachwuchsbarometer" Rufe nach breiter Förderung in Kitas und Grundschulen

Die Defizite und damit das spätere Desinteresse könnten viel geringer sein.

Kiel – 23 Prozent der Kinder am Ende der 4. Klasse erreichen im Fach Mathematik nicht die von den Kultusministern festgelegten Standards. Das geht aus dem neuen „MINT-Nachwuchsbarometer“ des Kieler Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) hervor, über den das „Handelsblatt“ berichtet.

Und obwohl die 15-Jährigen bei Pisa in Mathe und Naturwissenschaften immerhin über dem OECD-Durchschnitt liegen, „ist ihre Freude und Motivation an MINT-Fächern und MINT-Berufen gering“, schreibt Autor und IPN-Chef Olaf Köller. Auftraggeber des Barometers ist die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften Acatech.

Auch in der für die Digitalisierung entscheidenden informatorischen Bildung – also dem Suchen und Verarbeiten von Infos im Netz sowie der Fähigkeit, selbst dort aktiv zu sein – „erreichen etwa 30 Prozent der Achtklässler nur die niedrigsten Kompetenzstufen“, warnt das Barometer.

Die Defizite und damit das spätere Desinteresse könnten viel geringer sein, so Köller. Denn „je besser die MINT-Bildung in Kindergarten und Kita, desto größer ist dann auch der schulische Erfolg“. Er forderte, dass bis 2025 Initiativen wie das „Haus der kleinen Forscher“ 90 Prozent der Vorschulkinder erreichen. Bisher erreicht die vom Bund geförderte Stiftung lediglich 4.800 von insgesamt 56.000 Kitas.

Eine verstärkte Förderung von Kita- und Grundschulkindern in Technik und Naturwissenschaften fordert auch Acatech-Präsident Dieter Spath. Angesichts des massiven Mangels an Fachleuten für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, „müssen wir mehr junge Menschen für MINT begeistern“, sagte Spath.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hatte die aktuelle Lücke an MINT-Kräften jüngst auf rund 311.000 Fachkräfte beziffert.

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