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KfW will keine Ämter bei EADS

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01.02.2012

Unternehmen KfW will keine Ämter bei EADS

Gesamtfördervolumen steigt 2011 auf über 70 Milliarden Euro.

Frankfurt/Main – Die staatliche Förderbank KfW will sich bei der EADS nicht ins Geschäft einmischen, auch wenn sie demnächst ein großes Aktienpaket an dem deutsch-französisch dominierten Flugzeughersteller und Rüstungskonzern halten könnte. “Die unternehmerische Verantwortung wird wo auch immer liegen, aber jedenfalls nicht bei der KfW”, sagte der Vorstandsvorsitzende Ulrich Schröder am Mittwoch in Frankfurt am Main mehrfach mit Nachdruck.

Die Bundesregierung plant, dem Stuttgarter Daimler-Konzern 7,5 Prozent der Anteile an EADS abzukaufen. Das Geschäft würde allerdings frühestens “in der zweiten Hälfte dieses Jahres” zum Abschluss gebracht werden können, sagte Schröder. Die Risiken und Kosten werden bei der Bundesregierung liegen. “Das ist ganz wichtig”, sagte Schröder. Die KfW strebe “aber wirklich keinerlei” Aufgaben, Mandate oder Ämter an. Nur die Verwaltung der Beteiligung werde der KfW zufallen.

EADS ist für die EU-Partner ein ständiger Streitpunkt. Besonders die Interessen von Berlin und Paris liegen häufig über Kreuz. Es geht um die vielen Arbeitsplätze der EADS-Tochter Airbus, die in Deutschland, Frankreich und unter anderem auch Spanien Flugzeuge herstellt. Außerdem sind durch die von EADS produzierten Hubschrauber und den Kampfjet Eurofighter auch militärische Fragen im Spiel. Darin wird sich die KfW nach Aussage Schröders nicht einmischen.

Sie hilft den deutschen Wirtschaftsinteressen an anderer Stelle. Die 1948 als Kreditanstalt für Wiederaufbau gegründete KfW hat sich zu einem der wichtigsten Kreditinstitute Europas entwickelt. Ihr gutes Rating garantiert ihr einfachen Zugang zu Kapital, den sie auch weidlich nutzt. Laut Aussage Schröders gehört die Bank zu den aktivsten an den Kapitalmärkten. Nur eine Handvoll Staaten, etwa Deutschland und die USA, liegen in der jährlichen Schuldenaufnahme noch vor ihr.

Das Geld gibt sie weiter, um Projekte zu fördern. Im vergangenen Jahr hat das Gesamtfördervolumen 70,4 Milliarden Euro erreicht – weit mehr als die ursprünglich erwarteten 66 Milliarden Euro. Langfristig solle es wieder sinken, hieß es, um auch den privaten Banken im Wettbewerb mit der Staatsbank Raum zu lassen.

Ihr Geschäft zur Unterstützung der deutschen Wirtschaft außerhalb der Bundesrepublik hat die KfW im vergangenen Jahr ebenfalls stark ausgeweitet. Die KfW-Tochter IPEX steigerte ihre Kreditzusagen im Vergleich zum Jahr zuvor um fast die Hälfte auf 13,4 Milliarden Euro. Die IPEX finanziert Projekte, Exporte und Investitionen deutscher Firmen im Ausland.

Schröder brachte die starke Steigerung des globalen Geschäfts der Förderbank mit der Finanzkrise in Zusammenhang. Es sei auch ein Ausdruck des Angebots an Krediten in diesem Bereich, sagte er. Eine Kreditklemme sehe er aber nicht.

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