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Wahlen von tödlichen Angriffen überschattet

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04.03.2013

Kenia Wahlen von tödlichen Angriffen überschattet

Odinga und Kenyatta in Umfragen Kopf an Kopf.

Nairobi – Tödliche Angriffe haben am Montag den Auftakt der Wahlen in Kenia überschattet. Einem Bericht der kenianischen Zeitung „The Star“ zufolge kamen bei einer Attacke auf eine Grundschule in der Küstenstadt Kilifi offenbar mehrere Polizisten ums Leben. Stunden vor Wahlbeginn hatten Bewaffnete zudem ein Polizeirevier nahe Mombasa gestürmt und dort zehn Menschen getötet, darunter mindestens zwei Polizisten, wie der Nachrichtensender CNN berichtete. Ministerpräsident Raila Odinga machte eine Separatistengruppe für die Attacke verantwortlich.

Der Urnengang am Montag ist der erste seit den von Gewalt gezeichneten Wahlen vor etwas mehr als fünf Jahren. Damals war es während und noch Wochen nach der Abstimmung zu schweren ethnischen Konflikten gekommen. Mehr als 1.000 Menschen starben. Mehrere hunderttausend Einwohner wurden aus ihren Häusern vertrieben.

Technische Probleme bei Wahlauftakt

Die meisten der 14 Millionen registrierten Wähler standen am Morgen friedlich Schlange, um ihre Stimme abzugeben. Neben einem Präsidenten werden auch ein Parlament sowie kommunale Vertretungen neu gewählt. Gefängniswärter und Wildhüter wurden abkommandiert, um die Polizei bei der Überwachung der rund 33.000 Wahllokale zu unterstützen.

Nach Angaben der Wahlkommission gab es jedoch zum Auftakt erste technische Probleme. Nach den Wahlen 2007 waren neue biometrische Register eingeführt worden, um Betrug und Fälschungen zu vermeiden. Diese funktionierten nach Angaben der Kommission an einigen Orten nicht. Ebenso waren einige Wahllokale verspätet geöffnet worden. Alle Fehler würden aber kompensiert, berichtete die Behörde weiter. Ergebnisse der Wahl sollten bis Mittwochabend bekannt gegeben werden, berichtete die kenianische Zeitung „Standard“ unter Berufung auf die stellvertretende Vorsitzende der Wahlkommission, Lilian Mahiri-Zaja.

Kandidaten gehören konkurrierenden Stämmen an

Im Rennen um das Präsidentenamt lagen Ministerpräsident Odinga und sein Stellvertreter Uhuru Kenyatta in Umfragen bis zuletzt Kopf an Kopf, was eine Stichwahl wahrscheinlich machte. Die beiden Kandidaten gehören nicht nur unterschiedlichen Stämmen an, sie vertreten auch zwei der ältesten politischen Dynastien Kenias. Kenyatta von der Volksgruppe der Kikuyu ist Sohn des Staatsgründers Jomo Kenyatta; Odingas Vater war erster Vizepräsident des Landes, bevor er sich mit Kenyatta überwarf und in die Opposition ging. Die Odingas gehören dem Stamm der Luo an.

Zusätzlicher Sprengstoff wurde den Wahlen noch durch die Ermittlungen des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag zu den Unruhen nach der letzten Wahl verliehen. Dabei drohen Kenyatta und anderen Spitzenpolitikern des Landes Anklagen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

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