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Keine Klimarekorde im vergangenen Jahr

© AP, dapd

20.01.2012

USA Keine Klimarekorde im vergangenen Jahr

Aber Trend zu steigenden Temperaturen hält an – Rekordzahl von Wetterextremen in den USA.

Washington – Einen neuen Temperaturrekord hat es 2011 nicht gegeben. Mit einer weltweiten Durchschnittstemperatur von 14,4 Grad rangiert 2011 aber immer noch an elfter Stelle der wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen, wie die US-Wetterbehörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) am Donnerstag mitteilte. Das sind 0,5 Grad mehr als im Durchschnitt des 20. Jahrhunderts. Damit sei das vergangene Jahr wärmer gewesen als alle Jahre des vergangenen Jahrhunderts mit Ausnahme von 1998.

Der Trend zu steigenden Temperaturen halte weiter an, betonte die NOAA. Das vergangene Jahr sei das 35. in Folge gewesen, in dem die Temperaturen wärmer als normal gewesen seien.

Ein Grund, warum 2011 milder war als die letzten Jahre, sei das Wetterphänomen La Nia gewesen, das zu einer Abkühlung des Pazifiks geführt habe. Zu einem La-Nia-Phänomen kommt es alle paar Jahre, wodurch die weltweiten Durchschnittstemperaturen jeweils sinken. Das vergangene La-Nia-Jahr sei das bisher wärmste der Aufzeichnungen gewesen, hieß es.

Für Spanien und Norwegen war 2011 sogar das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen der NOAA, die bis ins Jahr 1880 zurückreichen. In Großbritannien war 2011 das zweitwärmste Jahr. Für die gesamten USA rangiert das vergangene Jahr zwar nur auf Platz 23 der Liste der wärmsten Jahre, allerdings verzeichneten 17 Städte – darunter Houston und Miami – neue Temperaturrekorde.

“Es wäre voreilig zu schließen, dass wir eine Unterbrechung des längerfristigen Trends zu höheren Temperaturen beobachten”, sagte Tom Karl, Direktor des National Climatic Data Center der NOAA. “Die weltweiten Temperaturen werden weiter steigen.”

Die NASA, die eine andere Methode zur Berechnung der weltweiten Temperaturen benutzt, kommt im Endergebnis auf denselben Jahresdurchschnittswert. Ihren Aufzeichnungen zufolge war 2011 sogar das neuntwärmste Jahr. Für die kommenden Jahre erwarten der NASA-Klimawissenschaftler James Hansen und Andrew Weaver von der University of Victoria einen neuen Hitzerekord. Derzeit teilen sich 2010 und 2005 noch die Spitze.

Die NOAA veröffentlichte außerdem neue Zahlen zu extremen Wetterereignissen in den USA. Nach einer Neuberechnung gibt die Behörde die Zahl der Wetterphänomene, die einen Milliardenschaden verursacht haben, inzwischen mit 14 an. Zuvor waren es zwölf. Die Behörde nahm den Tropensturm Lee mit in die Liste auf, der im September New England und Maryland unter Wasser gesetzt hatte und ein Hagelsturm in Colorado im Juli. Bislang lag der Rekord bei neun Wetterextremen mit Milliardenschäden im Jahr 2008.

Im vergangenen Jahr erlebten laut NOAA 58 Prozent der USA entweder extreme Regenfälle oder ernste Dürre. Das sei das Dreifache des Normalen, hieß es. Sieben US-Staaten verzeichneten das feuchteste Jahr ihrer Geschichte, Texas das trockenste. Nässe im Norden, Trockenheit im Süden – das entspricht den Prognosen der Wissenschaftler zum Klimawandel. Allerdings sei es noch zu früh, um zu sagen, ob die Niederschlagsextreme des Jahres 2011 mit der globalen Erwärmung in Zusammenhang stehen, sagte Karl. Die ungewöhnlich hohe Zahl an tödlichen Tornados im vergangenen Jahr könne nicht mit dem Klimawandel in Zusammenhang gebracht werden.

(NOAA-Bericht online: http://url.dapd.de/Yk7vYi; NASA-Bericht online: http://url.dapd.de/OZIwFf )

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