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Keine großen Neuerungen erwartet

© AP, dapd

07.03.2012

iPad 3-Präsentation Keine großen Neuerungen erwartet

Höhere Auflösung und LTE-Chip gelten als wahrscheinlich – Hardware für Kunden nicht entscheidend.

New York – Zwar hat der Elektronikkonzern Apple wie gewöhnlich vor der für Mittwoch angekündigten Vorstellung eines neuen iPads keine der Neuerungen verraten, aber kaum ein Beobachter rechnete mit revolutionären Änderungen. Erwartet werden eher kleine Verbesserungen wie ein höher auflösender Bildschirm und möglicherweise die Integration des neuen schnellen Funkstandards LTE zur mobilen Datenübermittlung. Doch unabhängig davon, was Apple zeigen wird, gehen Analysten davon aus, dass die dritte Generation des iPads genauso erfolgreich sein wird wie seine Vorgänger.

Das iPad 2 war im Vergleich zum Original-iPad ein deutlicher Schritt vorwärts. Im Gegensatz zum ersten Modell hatte es eine eingebaute Kamera und war sowohl leichter als auch dünner. Für das iPad 3 erwarten Beobachter aber keine größeren Veränderungen beim Format. Neun Tage nach der Präsentation im vergangenen Jahr ging das iPad 2 in den Handel. Für den Nachfolger wird ein ähnlicher Zeitplan erwartet.

Viel wurde über die Neuerungen spekuliert. Erwartet wurde ein höher auflösendes Display mit einer ähnlichen Pixeldichte wie das Retina-Display des iPhone 4 und 4s. Gerüchteweise soll die Auflösung 2048 mal 1536 Pixel betragen. Texte und HD-Bilder dürften dann deutlich besser aussehen. Bei Videos und den meisten Bildern im Internet dürften die spürbaren Verbesserungen sich aber in Grenzen halten. Einige Beobachter mutmaßten, dass Apple das neue iPad auch „iPad HD“ nennen könnte statt iPad 3.

Sehr wahrscheinlich wird das neue Gerät den Sprachassistenten Siri unterstützen, den Apple in seiner Werbekampagne offensiv anpreist. Zwar gab es gemischte Reaktionen auf Siri, es wäre jedoch nicht nachvollziehbar, wenn Apple diesen so stark beworbenen Dienst nicht aufs iPad brächte.

Auf der To-Do-Liste für das neue iPad stand auch die Einbindung des LTE-Standards. Bislang kann das iPad lediglich per W-Lan und UMTS ins Internet. Die Konkurrenten Samsung und Motorola haben bereits LTE-fähige Tablets auf dem Markt. Allerdings gehen die meisten iPads sowieso nur per W-Lan online. Ein LTE-Chip wäre damit wohl nur für weniger Käufer ein Entscheidungskriterium.

Dass im Herzen des iPad3 ein schnellerer Prozessor seine Arbeit verrichten wird, gilt als sicher. Bislang spendierte Apple jeder neuen Generation der iPhones und iPads auch neue CPUs. Bislang beschwerten sich jedoch nur wenige iPad-Nutzer darüber, dass ihr Tablet zu langsam sei. Die Prozessorleistung wird somit wohl keines der wichtigen Verkaufsargumente werden.

„Es geht um die Dienste. Was kann man mit so einem Gerät anfangen“, schreibt Sarah Rotman Epps in ihrem Blog. Die Hardware sei den Käufern nicht so wichtig, führt die Analystin des Beratungsunternehmens Forrester Research aus.

Apples Konkurrenten haben das nur langsam und erst begriffen, als sie bereits ein Dutzend Tablets mit aufwendigen Spielereien wie 3D-Kameras auf den Markt gebracht hatten. Nicht umsonst ist einer der Hauptkonkurrenten von Apple das Internetkaufhaus Amazon. Mit seinem Tablet Kindle Fire landete das Unternehmen aus Seattle vom Start weg einen Erfolg. Der Flachcomputer dient dabei als zentraler Zugang zu den Büchern, Videos, der Musik und allen anderen im Amazon-Universum angebotenen Artikeln und Dienstleistungen.

Epps schätzt, dass Amazon im vierten Quartal des vergangenen Jahres 5,5 Millionen Kindle-Fire-Tablets verkaufte. In demselben Zeitraum setzte Apple allerdings 15,4 Millionen iPads ab. Seit Einführung sind es 55,3 Millionen. Laut dem Marktforschungsunternehmen Canaccord Genuity waren 63 Prozent der im vergangenen Jahr verkauften Tablets iPads. Die einzigen Konkurrenten mit mehr als fünf Prozent Marktanteil sind Samsung und Amazon.

Die große Unbekannte vor der iPad 3-Präsentation blieb, ob Apple das iPad 2 in den Ruhestand schicken oder weiterproduzieren wird, wie schon das iPhone 3GS nach dem Verkaufsstart des iPhone 4. Mit einem attraktiven, sprich niedrigerem Preis könnte da so mancher Interessent ins Grübeln kommen, ob er das iPad nicht doch einem Kindle Fire vorziehen soll.

Ebenfalls Gegenstand wilder Spekulationen waren Gerüchte über Apples Vorstoß in den Fernsehmarkt. Einige Beobachter deuteten einen Satz in Apples Einladung dementsprechend. Er lautete: „Wir haben etwas, das du wirklich sehen musst.“ Apple hat bereits die TV-Box Apple-TV im Programm, mit der Musik und Filme aus dem iTunes-Store auf den heimischen Fernseher gestreamt werden können.

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