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Keine Geschäftskontakte zu Eventmanager Schmidt

© dapd

21.03.2012

Klaus Wowereit Keine Geschäftskontakte zu Eventmanager Schmidt

Sprecher bezeichnet „Stern“-Bericht als substanzlos.

Berlin – Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hat einen Medienbericht über vermeintliche Geschäftskontakte zum umstrittenen Partymanager Manfred Schmidt als falsch zurückgewiesen. Die Darstellung im Magazin „Stern“ sei ein „Konstrukt ohne jede Substanz“, ließ der SPD-Politiker am Mittwoch über seinen Sprecher Richard Meng ausrichten.

Dem Bericht zufolge soll Schmidt voriges Jahr mit zwei Geschäftspartnern versucht haben, die teils landeseigene Berliner Flughafengesellschaft für ein „Fashion Event“ auf der Baustelle des neuen Großflughafens in Schönefeld zu gewinnen. Außerdem wirft das Magazin kritische Fragen im Zusammenhang mit Wowereits Schirmherrschaften auf. Der Regierungschef hatte jedwede Geschäftsbeziehung zwischen Schmidt und dem Land stets dementiert – der „Stern“ sieht diese Behauptung nun offenbar widerlegt.

Die Flughafengesellschaft bestätigte auf dapd-Anfrage zumindest die Darstellung, dass Schmidt im Januar 2011 wegen des geplanten „Fashion Events“ vorgesprochen habe. Tatsächlich seien anschließend verschiedene Varianten diskutiert worden, räumte Sprecher Ralf Kunkel ein. Richtig sei auch, dass die Verhandlungen im August desselben Jahres scheiterten, weil Schmidt und seine Partner eine finanzielle Beteiligung der Landesfirma gefordert hätten.

Wowereit sei deshalb gar nicht erst über das gescheiterte Projekt informiert worden, sagte Kunkel, schließlich habe es sich „um einen Allerweltsvorgang unterhalb der Wahrnehmungsschwelle eines Aufsichtsratsvorsitzenden“ gehandelt. Dem Regierungschef deshalb nun geschäftliche Beziehungen zu Schmidt vorzuwerfen, scheine ihm „doch reichlich konstruiert“.

Der „Stern“ zieht zudem Parallelen zu einem Abendessen in Schmidts Berliner „Residenz“, zu dem am 3. Juli 2011 neben ausgewählten Gästen auch Wowereit eingeladen worden sei – also noch während die Flughafenverhandlungen liefen.

Im Fokus steht ferner Wowereits Schirmherrschaft über das „Festival of Lights“ im Sommer 2010, bei dem bekannte Berliner Gebäude angeleuchtet wurden. Dem Magazinbericht zufolge war Schmidt an der Veranstaltung geschäftlich beteiligt und verzeichnete laut interner Unterlagen einen Nettogewinn von 159.815 Euro. Meng betonte, Wowereit habe nichts von der vermeintlichen Beteiligung Schmidts an dem Event gewusst.

Von der Nachrichtenagentur dapd mit dem Fall konfrontiert, zeigte sich die Organisatorin der Veranstaltung verblüfft. „Das Festival hat und hatte mit Herrn Schmidt absolut nichts zu tun“, sagte Birgit Zander, die das „Festival of Lights“ seit dessen erster Auflage im Jahr 2005 ausrichtet. Er habe seinerzeit bloß Gefallen an der Idee gefunden und auf eigenes Betreiben ein einzelnes Gebäude angeleuchtet. Die behauptete „geschäftliche Beteiligung“ sei mithin „völliger Quatsch und definitiv falsch. Wo der Gewinn herkommen soll, ist mir ein völliges Rätsel.“

Bleibt noch der Vorwurf, dass Schmidt sich für ein Projekt der von ihm betreuten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers um die Schirmherrschaft Wowereits bemüht haben soll. Laut „Stern“ ließ Schmidt am 2. Mai 2011 eine entsprechende Anfrage über Wowereits Vertrauten Björn Böhning weiterleiten.

Meng wies darauf hin, dass jedes Jahr Hunderte derartige Anfragen an den Senat gerichtet würden. Diese Schirmherrschaften würden zunächst von der zuständigen Fachabteilung geprüft und kämen häufig nicht zustande, etwa wenn es sich um keine reinen Berliner Veranstaltungen oder rein kommerzielle Events handele. Auch Schmidts Anliegen sei geprüft und letztlich verworfen worden, sagte Meng. Für eine Geschäftsbeziehung gebe es damit „keinerlei Anhaltspunkte“.

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