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Keine Anleihen mehr von Euro-Schuldenstaaten

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23.02.2012

Commerzbank Keine Anleihen mehr von Euro-Schuldenstaaten

Gewinn wegen Griechenland-Abschreibungen 2011 halbiert.

Frankfurt/Main – Der Commerzbank-Vorstandsvorsitzende Martin Blessing will erstmal keine riskanten Staatsanleihen südlicher Euro-Länder mehr kaufen. „Ganz offen: Ich glaube, von den Papieren haben wir schon genug“, sagte Blessing auf der Jahrespressekonferenz am Donnerstag in Frankfurt am Main. In Blick in die Jahresbilanz zeigt: Die Schuldenkrise hat dem Institut 2011 ein schwarzes Jahr beschert.

Die zweitgrößte deutsche Bank musste Ende 2011 weitere 700 Millionen Euro auf ihre Griechenland-Anleihen abschreiben. Insgesamt hat sich der Jahresgewinn damit auf 638 Millionen Euro mehr als halbiert. Nach deutschem Bilanzrecht hat das Institut nach eigenen Angaben sogar Verlust gemacht. „Deshalb wird die Commerzbank auch in diesem Jahr keine Zinsen für ihre Staatshilfen zahlen müssen“, sagte Blessing.

In der deutschen Version der Bilanz liege das Jahresergebnis insgesamt bei minus 3,6 Milliarden Euro, sagte Blessing. Dafür verwies er auf mehrere Gründe, kehrte aber eine Einmalzahlung an den Bankenrettungsfonds SoFFin besonders heraus. Diese wirke sich mit mehr als 1,03 Milliarden Euro negativ auf die deutsche Rechnungslegung aus, nicht aber auf die internationalen Buchungsregeln IFRS.

Aktien der Commerzbank wurden an der Frankfurter Börse abgestraft. Bis zum Mittag verloren die Papiere 4,5 Prozent. Das liegt laut Blessing an dem Plan, neue Aktien auszugeben, um damit Schuldverschreibungen der Bank auszulösen. Schon jetzt hat er die von der Bankenaufsicht festgestellte Kapitallücke von 5,3 Milliarden Euro auf 1,8 Milliarden Euro drücken können.

Mit der neuen Initiative will die Commerzbank die Vorgaben der europäischen Bankenaufsicht EBA noch schneller erreichen, als zunächst geplant. Mehr als eine Milliarde Euro könnte das Kernkapital so zulegen, hieß es. Bei der Ausgabe neuer Aktien sinkt allerdings der Wert der bereits gehandelten Papiere.

Die EBA wertet Kapital höher, das – wie Aktien – direkt an Gewinne und Verluste gekoppelt ist. Selbiges gilt für Anleihen zumeist nicht. Ob Blessing ein attraktives Angebot vorlegt, wird sich aber erst in den kommenden Wochen zeigen. Denn dann werden die Umtauschkurse festgelegt.

Das Thema Eigenkapital kann der Commerzbank-Vorstandsvorsitzende möglicherweise bald abhaken. Jetzt schaut Blessing vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Festlegen will er sich aber nicht: „Jetzt schon was zu 2013 zu sagen, wo ich für 2012 noch nicht sicher bin, macht keinen Sinn“, sagte Blessing, als er nach einer entsprechenden Prognose gefragt wurde.

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