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Keine Akzeptanz für Guerreos Sperre

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06.03.2012

Hamburger SV Keine Akzeptanz für Guerreos Sperre

Peruaner fehlt HSV acht Spiele – Fink: „Urteil ist zu hart“ – Umbruch wird fortgesetzt.

Hamburg – Kein Einspruch – akzeptieren aber kann der Hamburger SV das Urteil gegen Paolo Guerrero nicht. Am Dienstag zog der Deutsche Fußball-Bund (DFB) den Peruaner für sieben Wochen und damit acht Spiele nach seinem brutalen Foul letzten Samstag gegen Torwart Sven Ulreich vom VfB Stuttgart aus dem Verkehr. „Ich halte das Urteil für zu hart“, wiederholte Trainer Thorsten Fink seine Meinung, „es war ein grobes Foulspiel, aber keine Tätlichkeit. Vier bis sechs Wochen wären okay.“

„Tätlichkeit gegen einen Gegner“ lautet die Begründung der DFB-Gerichtsbarkeit für die Härte des Urteils. Die Fernsehbilder sahen spektakulär aus, mit langem Anlauf sprang Guerrero mit der Sohle voran seinem Gegner in die Kniekehle. Die Entrüstung von Meistertrainer Jürgen Klopp über Uwe Seeler bis zu zahlreichen Fans war riesig. „Ich habe den Eindruck, der DFB wollte ein Exempel statuieren“, sagte Fink, „vielleicht muss man lieber aussehen, um eine geringere Strafe zu bekommen.“

Verzicht auf Einspruch bringt Ruhe

Und trotzdem haben die Hamburger beschlossen, die Sache nicht durch die Instanzen durchzufechten. Schließlich kostet die andauernde Guererro-Diskussion auch Konzentration und bringt beständige Aufregung. Bei einem Einspruch hätte man sich auf mindestens zwei Wochen weitere Unruhe einstellen können. Das kann nicht im Interesse des Vereins sein.

„Wir haben mit Paolo gesprochen und wir werden ihn angemessen bestrafen“, sagte Fink, „aber er wird bei uns weiter Führungsspieler sein. Seit ich hier bin hat er sich immer vorbildlich verhalten.“ Nie habe es einen Gedanken gegeben, sich im Sommer vorzeitig von Guererro zu trennen, sagte Fink.

Pikanterweise liegt durch den langwierigen Ausfall des bislang sportlich überzeugenden Guerrero die Hauptverantwortung im Angriff nun auf Mladen Petric. Der Kroate bekam erst am Montag mitgeteilt, dass sein Vertrag im Sommer nicht verlängert wird. „Ich bin mir absolut sicher, dass er trotzdem volle Leistung bringen wird“, erklärte Fink, „er ist ein charakterstarker Spieler.“

Petric muss zum Saisonende gehen

Mit Petric und David Jarolim gehen im Sommer zwei weitere erfahrene Profis. Der HSV setzt seinen Umbruch fort. Dafür steht nun die Rückkehr des zuletzt an Fortuna Düsseldorf ausgeliehenen Maximilian Beister fest. Der 21-Jährige verlängerte seinen Vertrag bis 2016. „Er ist ein schneller Spieler aus der Region. Torgefährlich, kann außen spielen oder zentral“, sagt Fink.

Auf dem Hamburger Wunschzettel steht seit dem Winter auch der Schweizer Granit Xhaka, der Verein hatte sogar schon ein Angebot beim FC Basel abgegeben. Doch um den 19 Jahre alten Mittelfeldspieler pokern inzwischen Hochkaräter wie Borussia Dortmund und Manchester United mit. „Zur Zeit ruht alles“, sagt Fink, „aber Granit ist nicht der einzige Spieler, mit dem wir uns beschäftigen.“

Englischen Medienberichten zufolge soll der HSV auch an dem Belgier Romolu Lukaku interessiert sein. Der 18-Jährige steht bei Chelsea unter Vertrag, kommt dort aber kaum zum Einsatz. Ein Leihgeschäft würde Sinn machen, aber auch das scheint aus finanziellen Gründen völlig unrealistisch. Tatsächlich war Sportchef Frank Arnesen am Dienstag zu Chelsea gereist, um den Leihvertrag für Verteidiger Jeffrey Bruma um ein Jahr zu verlängern: „Wir möchten ihn gerne behalten.“

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