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Kein starker Klub

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13.02.2012

Hertha BSC Kein starker Klub

Verantwortliche von Hertha stehen nach der Entlassung von Trainer Skibbe im Kreuzfeuer der Kritik.

Berlin – Einen Tag nach dem ganzen Tohuwabohu bei Hertha BSC war auf dem vereinseigenen Trainingsgelände erst einmal Ruhe eingekehrt. Der Verein musste durchatmen. Erst am (morgigen) Dienstag wollte der Bundesliga-Aufsteiger das Training wieder aufnehmen. Dann werden übergangsweise Rene Tretschok und Ante Covic die Mannschaft betreuen.

Eine längere Ruhephase ist jedoch nicht in Sicht. Dazu ist in den vergangenen Monaten und Jahren bei Hertha BSC einfach zu viel schiefgelaufen. Abstieg, Aufstieg, nun kämpft Hertha wieder gegen den Abstieg, die Trainer kamen und gingen. Letztes Opfer der weniger Berg- als vielmehr Talfahrt war Trainer Michael Skibbe, der nach gerade einmal 52 Tagen wieder entlassen wurde.

“Bei Hertha ist der Trainer schon lange nicht mehr das Problem. Hertha hat ein Führungsproblem. Die Spieler wissen, dass die Verantwortlichen schnell die Reißleine ziehen und haben die Trainer daher in der Hand”, sagte der Präsident des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer (BDFL), Horst Zingraf, am Montag der dapd. Gerade in der Krise sehe man, wie stark ein Klub sei: “Demnach ist Hertha kein starker Klub.”

Dass dem so ist, verriet ein Blick in die Berliner Zeitungen am Montag. Im Kreuzfeuer der Kritik stand Manager Michael Preetz. “Kann sich Hertha BSC einen wie Michael Preetz überhaupt noch leisten?”, fragte die “Berliner Zeitung”. Und der “Tagesspiegel” schrieb: “Der zugezogene Rheinländer Michael Preetz hat Hertha als Manager noch nicht viel Freude gebracht.” Am weitesten ging dabei die “Bild”-Zeitung, die in einem Kommentar schlicht forderte: “Steigt Hertha ab, muss Preetz weg!”

Hertha-Präsident Werner Gegenbauer sieht das ganz anders: Preetz stehe nicht zur Debatte, sagte er der “Berliner Morgenpost” (Montagausgabe) und fügte an: “Wir werden ohne jeden Zweifel zum Saisonende den Klassenerhalt schaffen.” Mit dieser zweifelsfreien Prognose dürfte Herthas finanzkräftiger Präsident zurzeit ziemlich allein dastehen. Seit zehn Spielen haben die Berliner nicht mehr gewonnen, unter Skibbe – und Babbel. Soll heißen: Am Trainer alleine wird es nicht gelegen haben.

Die Wende zum Besseren sollen nun also vorübergehend Herthas Jugendtrainer Tretschok und Covic einleiten. Die beiden werden am kommenden Samstag auf Borussia Dortmund treffen, dem Klub, mit dem Tretschok als Spieler die Champions League gewann. Preetz machte auf der Pressekonferenz am Sonntag allerdings deutlich, dass er eine externe Lösung suche. Im Berliner Blätterwald tummeln sich unendliche viele Namen als mögliche Nachfolger Skibbes. Sicher aber scheint nur: Sollte Preetz wieder nicht den Richtigen für Hertha finden, wird er seinen Job als Manager beim Hauptstadtklub nicht mehr behalten können.

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