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2012 welt untergang

© whowillsurvive2012.com

16.11.2009

Marketingkampagne Katastrophenfilm „2012“ löst Massenpanik aus

Marketing-Hype im Web.

Hollywood – Mit dem Katastrophenfilm „2012“ des deutschen Hollywood-Regisseurs Roland Emmerich ist am Wochenende ein neuer Mega-Blockbuster in die Kinos gestartet. Der mit Special Effects gespickte Streifen, der auf einer vom Maya-Kalender abgeleiteten Weltuntergangstheorie basiert, soll für das Produktionsstudio Sony Pictures kräftig die Kassen klingen lassen. Hierfür wurde im Web ein Marketing-Hype inszeniert, der so stark ist, dass die US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA mittlerweile Überstunden leisten muss, um besorgten Menschen zu erklären, dass die Welt auch nach 2012 weiter existieren wird.

„Durch diesen Film machen sich die Leute ernsthaft Sorgen über ein bevorstehendes Ende der Welt“, stellt David Morrison, Senior Scientist am Astrobiology Institute des NASA Ames Research Center in Moffett Field Kalifornien, gegenüber dem Guardian fest.

Die von Sony im Netz verbreitete Marketingkampagne, die bewusst versucht hat, eine Art Weltuntergangshysterie auszulösen, sei offenbar sehr erfolgreich gewesen. „Wir bekommen täglich zigtausende Anfragen aus der ganzen Welt und werden gefragt, ob man die Menschheit nicht irgendwie retten könnte“, schildert Morrison.

„Weltuntergang lenkt von Alltagsproblemen ab“

„Solche Weltuntergangstheorien sind für die Menschen im Grunde genommen immer eine Möglichkeit, sich von den aktuellen Problemen ihres Alltags abzulenken“, stellt Peter Vitouch, Medienpsychologe und Professor am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien, fest. Im Internetzeitalter könnten sich derartige Thesen wesentlich stärker und schneller verbreiten als noch vor einigen Jahren.

„Die meiste Aufmerksamkeit kann heute sicherlich im Web erregt werden“, betont Vitouch. Dass es angesichts des neuen Kinofilms gleich zu einer derartigen Massenhysterie kommt, sei allerdings ungewöhnlich. „Solche Weltuntergangstheorien sind nicht neu. Zu Nestroys Zeiten hatten die Menschen Angst vor Kometen, zur Jahrtausendwende befürchteten sie den Zusammensturz der Computersysteme und jetzt wird der Maya-Kalender als brauchbares Motiv für das Ende der Welt herangezogen“, so Vitouch.

225 Mio. Dollar Einnahmen am ersten Wochenende

Obwohl „2012“ bei den Kritikern bislang eher nur bescheidene Wertungen abräumen konnte, scheint die stark online-fokussierte Marketingstrategie Sonys aufzugehen. So berichtet etwa das US-Branchenblatt Variety, dass der Katastrophenfilm allein am Eröffnungswochenende insgesamt 225 Mio. Dollar (65 Mio. in den USA und 165 Mio. international) an Einnahmen generiert haben soll. Sein Produktionsbudget von 200 Mio. Dollar hat der Streifen damit bereits wenige Tage nach dem offiziellen Kinostart wieder eingespielt.

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